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Zusatzoption Sole-Erdrohrwärmetauscher

Hausbau Blog 2021

Kategorie: Energie sparen
Kommentare: 93

In den Beratungsgesprächen taucht immer wieder die Frage auf, inwieweit ein Sole-EWT (Erdrohr-wärmetauscher) als Zusatzkomponente zur WGT (Wärmegewinntechnik) bzw. der FLH (Frischluftheizung) sinnvoll ist.

Aus technischer Sicht kann man die Frage ganz einfach mit „ja“ beantworten und damit dieser Komponente nur zustimmen.

Gerne möchte ich ein paar Gründe hierfür nennen.

Die winterliche Nutzung steht für mich im Vordergrund, daher diese Argumente zuerst:

  • bei frostigen Außentemperaturen gelangt die „frostige Außenluft“ direkt in den Wärmetauscher. Dadurch wird es möglich, dass die Abluft im Wärmetauscher nicht nur zu Wasser auskondensiert, sondern zumindest stellenweise zu Eis gefriert.
  • Nachfolgend sinkt nicht nur der Wirkungsgrad des Wärmetauschers, das Eis verstopft die Tauscherplatten, was wiederum zum Defekt des Wärmetauschers führen kann.
  • Als Vorsorgemaßnahme hierzu erwärmt der elektrische Luftvorheizer die sehr kalte Außenluft.
  • Um den Einsatz dieses elektrischen Vorwärmes bis zu einer Außentemperatur von etwa –10°C ausblenden zu können und damit Strom sparen zu können, kann der Sole-Erdrohrwärmetauscher in der winterlichen Nutzung seinen Dienst tun.
  • Bei einer Verlegung der Soleleitung in der Erde (ca. 1,5 bis 3 m Tiefe) kann die ca. 100 m lange Soleleitung genügend Wärme aus dem Erdreich entnehmen, um den Einsatz des elektrischen Lufterwärmers bei minusgrädiger Außenluft recht lange hinauszögern.
  • Die elektronische Steuerung der WGT-Anlage überwacht sowohl den rechtzeitigen Einsatz des Soletauschers, als auch die elektrische Vorerwärmung im Notfall.

Sommerliche Nutzung

im schwülheißen Sommer bedient sich der Soletauscher ebenfalls der konstanten Erdtemperatur, die in diesem Fall die warme Außenluft um ca. 10 K ankühlt. Man spricht hier „nur“ von einer Ankühlung, nicht von einer Klimatisierung. Im Gebäude wird es sehr wohl wahrgenommen, ob die Zuluft mit 30° C (direkt, ohne EWT) oder nur mit 20°C mittels vorgeschaltetem Sole-EWT ins Haus eingebracht wird.

Zusammenfassend kann man sagen:

Ein Sole-Erdrohrwärmetauscher ist sowohl im Winter, als auch in der sommerlichen Nutzung eine energetisch interessante Zusatzoption zur WGT-Anlage. Der Sole-EWT steigert damit nicht nur die Effizienz der Gesamtanlage, sondern auch den Wohnkomfort.

93 KOMMENTARE
von Hans-Juergen Leick
18. Juni 2021, 08:26
Hallo Herr Urbing,

der finanzielle und bauliche Aufwand für die Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdwärmekörben ist um einiges höher als für die Luft-Wasser-Wärmepumpe.
Der Effizienzvorteil ist im Vergleich zum finanziellen Aufwand zu gering.
Sie können selbstverständlich die Heizungs-Wärmepumpe mit einer Photovoltaik-Anlage kombinieren.
Selbst erzeugten Strom direkt verbrauchen, ist die beste Möglichkeit, den Strombezug vom Energieversorger zu reduzieren.

Die Be- und Entlüftungsanlage sorgt für den nötigen Luftaustausch, da das geplante Passivhaus eine zu geringe natürliche Lüftung (Infiltration) aufweist.
Über die Wärmerückgewinnung können Sie den Verlust von Wärmeenergie durch das Lüften minimieren.

Viele Grüße
Hans-Jürgen Leick
von Gérard Urbing
8. Juni 2021, 14:58
Sehr geehrtes Schwörer-Team,

Wir werden ein Passif-Haus mit Schwörer bauen.
Nutzfläche gesamt 173.29m2 / Ergeschoß + Obergeschoß (Dachgeschoß)
Wir wollten das Haus mit Erdwärme heizen und es wird noch ab und zu mit einem Kamin geheizt.
(Es sind nur Körbe vom Wasserwirtschaftsamt erlaubt)
Im Angebot wird aber eine Luft-Wasser-Wärmepumpe angeboten.
Die bessere Lösung, so ein luxemburgischer Energieberater wäre die Erdwärme-Lösung, zumal es bis zum 31/12 staatliche Förderungen sowie für Solarthermie und Photovoltaik geben wird.

Ich habe versucht mich im Internet schlau zu machen was die beste Lösung für uns wäre, aber ich muss gestehen ich komme so nicht weiter.
Meine Frage an die Schwörer-Fachleute, was ist das effizienteste Heizsystem und wie geht das mit Be- bezw Entlüftung.
Bereits im voraus vielen Dank.

Mit freundlichen Grüssen

Gérard Urbing
Auftragsnummer 43162
von Fabian S.
28. Mai 2021, 10:29
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin gerade in der Planungsphase für einen Neubau mit Ihnen und eines der wichtigsten Themen, die mich zurzeit umtreiben, ist die Heizung und Kühlung des Hauses. Dieser Blogpost und die dazugehörenden Kommentare sind zwar etwas älter, aber so viele andere Quellen finde ich in Ihrem Blog nicht. Was mir auffällt, ist Ihre starke Präferenz zu Ihrer Luftheizung, während gleichzeitig eine Sole-Erdwärmepumpe nicht einmal erwähnt wird.

Die Berichte über 1.000 kWh Stromverbrauch in kalten Wintermonaten mit der Luftheizung schockieren mich ehrlich gesagt etwas. Das kann nach meiner Einschätzung eigentlich nur passieren, wenn die ganze Zeit die PTC Elemente mit heizen und durch die geringe Außentemperatur der Wirkungsgrad der Luft-Luft Wärmepumpe sehr stark absinkt. Für mich drängt sich dann die Sole-Erdwärmepumpe mit Fußbodenheizung geradezu auf, da die auch bei eisigen Außentemperaturen völlig unbeeindruckt ihren COP von 5 schafft.

Natürlich ist mir bewusst, dass die Kombination von Sole-Erdwärmepumpe und Fußbodenheizung in der Anschaffung deutlich teurer ist, aber durch die deutlich höhere Effizienz und die längere Lebensdauer der Sole-Erdwärmepumpe relativiert sich der Anschaffungspreis aus meiner Sicht auf Dauer. Dazu kommen für mich Aspekte vom Wohnkomfort hinzu. Beispielsweise bin ich empfindlich gegenüber Geräuschen in der Nacht und möchte in der Nacht grundsätzlich die Lüftung auf die geringste Stufe stellen, was schlecht geht, wenn die Lüftung gleichzeitig die Heizung ist. Das und ein paar andere Gründe (höhere Kühlleistung im Sommer bei einer Fußbodenheizung, im Winter wiederum ist die Wohlfühltemperatur bei einer Flächenheizung geringer als bei einer Luftheizung; potenzieller Schwehlgeruch vom Staub, wenn die PTC Elemente im Winter zu stark heizen müssen ...) führen bei mir dazu, dass ich eigentlich lieber eine Sole-Erdwärmepumpe hätte. Hier sehe ich bei Schwörer allerdings eher Widerwillen und frage mich, woran das liegt?

Mit freundlichen Grüßen,

Fabian S.
von Hans-Juergen Leick
18. Dezember 2017, 15:46
Hallo Thomas,

der Sole-Erdwärmekorb kann auch nachträglich noch eingesetzt werden.
Voraussetzungen:
- Durchführung der Soleleitung in den Keller
- Platz für die Positionierung des Sole-Luft-Wärmetauschers in der Außenluftleitung
- Platz für die Sole-Pumpen-Gruppe im Gehäuse im Keller unter dem Sole-Luft-Wärmetauscher

Für den Einsatz des Erdwärmekorbs muss ein passend großes Loch zur Verfügung stehen.
Kosten für die Erdarbeiten können beim Bauunternehmer erfragt werden.
Die Bauteile könnten über Bau Info Center bestellt werden, wenn gewünscht.

Weitere Infos und den Preis sende ich Ihnen direkt per E-Mail.

Viele Grüße
Hans-Jürgen Leick
von Thomas
17. Dezember 2017, 23:23
Hallo zusammen,
wir haben unser Schwörerhaus dieses Jahr bezogen und haben keinen Erdwärmekorb eingeplant gehabt. Die Frage wäre ob man dies nachholen kann? Und wie hoch die Kosten pimaldaumen auf Seite der WGT wären? Da wir aktuell noch keine Gartengestaltung haben, wäre es jetzt noch durchaus sinnig das ganze anzugehen. Uns wurde damals auch abgeraten da wir einen Kamin eingeplant haben.
von Hans-Juergen Leick
27. Januar 2015, 08:38
Hallo R. Schönborn,

die Abtaufunktion für den Gegenstrom-Wärmetauscher wird über die Fortlufttemperatur überwacht.
Während des Abtauprozesses wird die Außenluft genau so temperiert, dass dies für die Abtauung ausreicht.
So wird der nötige Stromverbrauch für das Vorheizregister minimiert.
Für die Wärmepumpe im Lüftergerät gibt es einen zweiten Abtauvorgang, der unabhängig von der Abtauung des WT erfolgt.
Hierfür gelten selbstverständlich andere Parameter.

Es ist nicht zu erwarten, dass bei einer Außentemperatur von -3,3°C die Abtaufunktion für den WT schon aktiv ist.
Die beobachteten Sprünge können mit dem Betrieb der Zusatzheizung zusammen hängen.

Viele Grüße
Hans-Jürgen Leick
von R.Schönborn
25. Januar 2015, 20:33
Hallo Herr Leick,

Wenn ich mir die Beschreibung der "Parameter WT" in der Bedienungsanleitung ansehe, komme ich zu dem Schluss dass das VHR einerseits über die Temperatur der Frischluft (TnVHRmax und TnVHRmin) und andererseits über die Temperatur der Fortluft gesteuert ( Frost.AN, Frost.AUS) wird? Wann genau läuft denn dann die Abtauung? Müssen beide Bedingungen (Temperaturen) genügen (d.h. in dem Fenster liegen) ?
Sind die Werte bei "Parameter WP": "AbtauEIN" und "AbtauAUS" ebenfalls für das VHR zuständig oder ist das wieder ein anderer Abtau-Vorgang?
Gibt es vielleicht noch eine Dokumentation die die Steuerung etwas ausführlicher erklärt?
von Hans-Hermann Freymuth
14. Januar 2015, 10:17
Hallo Herr Buschmann
Wir haben ein Passivhaus mit 155 qm2Wohnfläche, Frischluftheizung Sole EWT,Kamin Aqua Insert.Dadurch keine Stromheizkörper sondern wassergeführte.Der Verbrauch lt Energieausweis sollte bei 10,5 KW liegen.Dieser Wert geht von 19Grad Raumtemperatur aus.Wir haben im ganzen Haus ständig ohne zu heizen mit den PTCs 22-23 Grad.Der Ofen wird ca.alle 3-4 Tage angeworfen,hauptsächlich zur Warmwassererzeugung.Jetzt im 3.Winter könne wir nur sagen,die errechneten Werte werden auf keinen Fall überschritten.Die WGTheizung reicht nach unseren Erfahrungen im Passivhaus voll und ganz aus.Klar ist die Passivhausausstattung etwas teurer,aber die darin enthaltene Mehrausstattung rechnet sich auf jeden Fall.Man muß sich mit dieser Art Heizung erst enimal beschäftigen,ist nicht wie früher Öl oder Gasheizung an,Heizkörper auf und das wars.Aber wenn man weiß wie es funktioniert,genial einfach,einfach genial!

Hans-Hermann Freymuth
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