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Welchen Keller benötigen wir denn? Teil 2

Hausbau Blog 2021

Kommentare: 60

Der wasserundurchlässige Keller

Eine Weiße Wanne wählt man, wenn wie im Teil 1 erwähnt, Sickerwasser nicht sicher abgeführt werden oder gar Grundwasser anstehen kann. Aber was ist eine Weiße Wanne? Dies ist eine zwischenzeitlich etablierte Art der Kellerabdichtung, bei der die Eigenschaften einer speziellen Betonrezeptur genutzt werden. Der WU-Beton. WU steht für wasserundurchlässig. Da Ecken und Übergänge besonders rissanfällig sind, werden an solchen Stellen z.B. spezielle Fugenbleche eingebaut, die dafür sorgen, dass der Beton an eben dieser Stelle – kontrolliert – reißen kann. Die Fugenbleche übernehmen an diesen Stellen die Abdichtung. Der WU-Beton ist aber nicht gänzlich dicht, wie ja der Name schon sagt: er ist wasserundurchlässig.

Der Beton lässt in gewissem Grad Wasserdampf durch, also Wasser in gasförmigem Zustand. Dies ist immer wieder ein Diskussionspunkt, weshalb auch schon viele Untersuchungen und Forschungsprojekte ins Leben gerufen wurden. Praxisbeispiele als auch Fachliteratur zeigen auf, dass es in Weißen Wannen, die tatsächlich im Wasser stehen, durchaus zu erhöhter Luftfeuchtigkeit kommen kann. Kein Wasserdurchtritt oder gar Rinnsale im Keller, aber die relative Luftfeuchte steigt oft deutlich an.

Gerne wird die Kondensatbildung auf der Innenseite der Kellerwände ins Feld geführt, die für die Feuchte verantwortlich sei. Aber heute wird wohl jeder seinen Keller außen mit einer Perimeterdämmung versehen, so dass Schwitzwasser nahezu ausgeschlossen werden kann.

Der Beton braucht ca. 1–3 Jahre, bis er soweit getrocknet ist, dass er seine sog. Ausgleichsfeuchte erreicht hat. Dies führt selbstverständlich ebenfalls zu einer anfänglichen erhöhten Luftfeuchte.

Bei erhöhter Luftfeuchtigkeit hilft eine konsequente und richtige Fensterlüftung der Kellerräume. Oft der erste Gedanke an dieser Stelle: die Anbindung der Kellerräume an die Lüftungsanlage bringe die Lösung. Das wäre zwar denkbar, aber hier gilt es, einen wichtigen Punkt nicht außer Acht zu lassen. Die kalte Kellerluft käme gemeinsam mit der warmen Abluft über das Abluftrohr zum Wärmetauscher. Aus der so abgekühlten Abluft lässt sich deutlich weniger Energie rückgewinnen, was wiederum einen höheren Energieaufwand für die Beheizung des Hauses bedeutet. Der Wirkungsgrad der WGT-Anlage würde deutlich sinken.

Würden Wand- und Bodenflächen verkleidet, könnte die durch nicht auszuschließende Wasserdampfdiffusion auftretende Feuchte nicht über die inneren Wandoberflächen an die Raumluft abgegeben und mittels Lüftung abgeführt werden. Wir empfehlen, entsprechend geeignete Farbanstriche zu wählen. Ein Ausbau zu Wohnräumen kommt für uns daher nicht in Frage.

Das Ganze hängt natürlich im Wesentlichen davon ab, wie lange und wie oft der Keller im Wasser – also im zeitweise aufstauenden Sickerwasser oder gar im Grundwasser stehen wird. In vielen Gesprächen mit Geologen/innen mussten wir erfahren, dass selbst jene Fachleute, die sich täglich mit der Materie Baugrund beschäftigen, keine zuverlässige Prognose abgeben können. Sind Grundwassermessstellen in der Umgebung vorhanden, geben die Messprotokolle Einblicke in vergangene Ereignisse und können als Entscheidungsgrundlage dienen.

Teil 3 folgt.

60 KOMMENTARE
von Markus
29. Februar 2012, 08:14
Hallo Herr Hölz,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Das könnte natürlich auch sein. Weil unsere Bodenplatte für den Kellerabgang später betoniert wurde.

Muß man hier jetzt Sorgen haben?

Gruß
Markus
von Manfred Hölz
27. Februar 2012, 15:34
Hallo Markus,

die Setzungen dauern je nach Baugrund von wenigen Tagen (Felsig) bis Jahre (Ton, Lehm, Schluff).
Allerdings setzt sich der Keller im gesamten, und nicht nur der untere oder obere Teil. So kann es also nicht sein, dass sich auf der Putzebene eine Verschiebung übereinander, also eine Stauchung gibt, weil der Keller sich gesetzt hat. Einzig kann ich mir vorstellen, sollte die Anfüllung am Haus Ihren Baueingabeplänen entsprechen, dass sich das Auffüllmaterial des Arbeitsgrabens setzt, da dies nur bis zu einem gewissen Punkt verdichtet werden kann. Ebenfalls abhängig vom Material selbst (Lehm, Schluff, Kies/Schotter, Mineralbeton oder Betonreceycling). Durch die Verdichtung entsteht an der Wand selbst Reibung, welche - sollte sich die Verfüllung setzen - eine Abwärtsbewegung verursachen könnte. Bei richtiger Anbringung des Mauerschutzes (meist Noppenbahn mit Fliesgewebe) dient diese begrenzt, gewissermaßen als Gleitschicht.

Risse an Aussparungsecken, sprich Kellerfenstern, Türen etc. sind ganz normal. Beton schwindet (zieht sich zusammen) beim Abbindevorgang. Solche Schwächungen im Wandquerschnitt führen zu Spannungsumlenkungen, was i.d.R. leichten Rissen führt. Nun will kaum einer einen Keller ohne Fenster, deshalb nimmt man diesen Effekt in Kauf. Selbstverständlich werden an den Kellerecken entsprechende Bewehrungen eingelegt, um diese Risse zu minimieren. Im übrigen: Stahlbeton funktioniert nur im gerissenen Zustand. Würde der Beton die Zugspannungen aufnehmen können, wäre die Bewehrungseinlage sinnlos. Der Beton kann nur sehr wenig Zugkräfte aufnehmen - also erwartet man, das es eine leicht Rissbildung gibt. Die Bewehrung (Eisen) übernehmen ab dem Zeitpunkt der Rissbildung die Zugkräfte.
von Markus
24. Februar 2012, 11:52
Hallo Herr Hölz,

ich habe eine Frage:

Kann es sein das sich unser Haus nach einem Jahr noch setzt?? Ich frage deshalb weil mein Sockelputz im Bereich der Kellertüre und am Fenster daneben gerissen ist. Und zwar ca 1,50m über der Bodenplatte man sieht auch das das Gewebe sich hier übereinander geschoben hat. Ich hoffe ja nicht das es ein Statisches Problem ist. Auch an den Kellerfenstern ist Innen jeweils an den Ecken ein Riß zu sehen.

Vielleicht haben Sie ja ein Tipp was das sein kann.

Vielen Dank!

Gruß Markus
von Manfred Hölz
26. Januar 2012, 08:33
Sehr geehrter Herr Gabele,

Sicherheit ist ein großes Thema und jeder denkt, für Sicherheit kann man nicht genug Prävention leisten. Im Prinzip ist das natürlich richtig.

Erlauben Sie mir die "Steilvorlage" aufzugreifen, da man sich oft fragt, warum manche Bauherren über die Notwendigkeit eines Bodengutachten so lange diskutieren müssen - dabei geht es hier um die Stand-Sicherheit des Gebäudes. Hierüber sind sich leider offensichtlich viele Bauherren nicht im Klaren.

Zurück zum Kellerfenster.
Die Polizei empfiehlt jegliche Art von Prävention, um den Schurken das Leben so schwer wie möglich zu machen. Manche behaupten, Betonschächte wären besser, weil man besser dübeln könne, jedoch bieten Kunststofflichtschächte für Einbrecher kaum ausreichend Platz, um Hebelwerkzeuge richtig einzusetzen.

Wer macht sich die Mühe, durch einen Lichtschacht einzusteigen, sich durch das dahinter liegende Kellerfensterchen (Lichte Maße ca. 65/45cm) durchzuzwängen und mit Beute (unter Zeitdruck) wieder zu flüchten. Kellertüren und Balkontüren sind hier weitaus gefährdeter, weil sehr gut erreichbar und ausreichend Platz vorhanden ist. Auch die Flucht gestaltet sich leichter.



Durch die Laibung des Kellerfenster können Sie bohren und dübeln, sofern es sich nicht um wasserdichte Fenstersysteme handelt. Wirkliche Sicherheit bringt das m.E. nicht, aber lt. polizeilichen Statistiken geben Einbrecher oft schon nach wenigen Minuten auf, wenn sie auf Widerstand stoßen und Zeit verlieren. Damit wäre ein gewisser Grad an Abschreckung gegeben. Verwenden Sie sog. Betonschrauben, die keinen Dübel brauchen, sondern sich quasi beim Eindrehen "ein Gewinde in den Beton schneiden". Diese Schrauben haben kaum Sprengwirkung und können auch mit kleineren Randabständen im Beton gute Wirkung erzielen.
von Matthias Gabele
23. Januar 2012, 08:50
Guten Tag Herr Hölz,
zuerst einmal vielen Dank für die schnelle Antwort auf meine Frage zum Sockelputz.

Im Moment informieren wir uns gerade über Sicherungsmöglichkeiten der Lichtschachtgitterroste. Es gibt hier verschiedene Möglichkeiten: die Sicherung des Rostes am Kunststofflichtschacht oder direkt am Mauerwerk. In einem Polizeiladen wurden wir informiert, dass auf alle Fälle die Sicherung am Mauerwerk vorzuziehen sei.
Da die Isolierung und die Lichschächte schon montiert sind und eine Befestigung an der Kelleraussenwand nicht mehr machbar ist bleibt noch die Fensterlaibung.
Wir würden also in die Fensterlaibung zwischen Aussenwand und Kellerfenster in den Beton bohren. Darf hier das weiße Plastik (ein paar mm dick) durchbohrt werden darf?

Vielen Dank im Voraus.
Mit freundlichen Grüßen
Matthias Gabele
von Manfred Hölz
19. Januar 2012, 06:48
Sehr geehrter Dejan

das mit der Bauleitung tut uns natürlich leid. An der Tatsache, das der Bauleiter nicht mehr bei Schwörer ist, sehen Sie, dass wir reagiert haben.

Wir bieten unseren Kunden in den Zahlungsmodalitäten an, 90% erst nach Hausabnahme bezahlen zu müssen. Die Putzarbeiten am Sockel können wir nicht anbieten, da wir auch in der kalten Jahreszeit montieren, der Putz aber nicht angebracht werden kann. Zudem sind die Aussenputzarbeiten sehr stark von der Gartengestaltung abhängig. Somit wäre eine Endabnahme nicht möglich. Und sicher ist verständlich, dass wir die ohnehin schon sehr lange Vorfinanzierung der Materialien zum Hausbau nicht noch weiter verlängern können.

Mit den Gartenarbeiten ist es ja ähnlich - hier ist jedem klar, dass weitere Unternehmer für das Finish des Projekts "Traumhaus mit Garten" nötig sind. Meist ist auch der Bauunternehmer, der schon zu Beginn im Boot war, in der Lage, diese Arbeiten mit zu übernehmen, so dass hier durchaus Fachpersonal zur Verfügung steht. Solche Anschlüße an bereits bestehende Gewerke gehören im übrigen zur Alltagsarbeit im Bau, so dass die Ausführung für einen Fachunternehmer selbstverständlich sein sollte/muss.
von Stefan
18. Januar 2012, 17:53
@ Markus

Hallo Markus,

doch das wäre nett - bitte an st.zimmermann@arcor.de schicken. Bei uns ist jedoch bereits alles fertig verputzt, aber so wie es aussieht leider nicht ganz richtig. D.h. wir benötigen jetzt eine Lösung die noch nachträglich anzubringen ist. Nur welche?

Grüße
Stefan
von Dejan
18. Januar 2012, 09:28
Hallo Herr Hölz,

wieso bietet eigentlich Schwörerhaus nicht an, den Sockelputz zu machen (andere Hersteller haben das im Angebot)?
Unser Gala-Bauer hatte es zum ersten Mal mit einem Fertighaus zu tun und wusste nicht so recht, wie er die Aussenanlage um das Haus machen sollte. Auch unser Bauleiter von SchwörerHaus war (nicht nur) in dieser Frage überfordert (der Bauleiter ist mittlerweile auch nicht mehr bei Ihnen). Wir haben uns bei solchen Fragen alleine gelassen gefühlt (dieses Forum gab es da noch nicht, und wie erwähnt, der Bauleiter konnte oft nicht weiterhelfen).

VG
Dejan
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