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Sommerlicher Wärmeschutz – Teil 2

Hausbau Blog 2021

Kategorie: Tipps
Kommentare: 33

– schon in der Planungsphase des Gebäudes berücksichtigen

Wenn man vom sommerlichen Wärmeschutz spricht, sollten an erster Stelle die konstruktiven Maßnahmen erwähnt werden, welche in der  Planungsphase eines Gebäudes den entscheidenden Einfluss auf die thermische Behaglichkeit aufweisen. Da der maßgebliche solare Energieeintrag durch die Fenster in die Aufenthaltsräume gelangt, ist es unumgänglich, große Fensterflächen auf der Süd-Ost, Süd und Süd-West Seite mit einem Verschattungssystem auszustatten.

Rollläden, Jalousien oder im Scheibenzwischenraum integrierte Verschattungssysteme stellen hier nur einen kleine Auswahl an Möglichkeiten dar. Deutlich muss jedoch an dieser Stelle erwähnt werden, dass außenliegende Lösungen weitaus effektiver sind als intern angebrachte Systeme, wie beispielsweise innenliegende Jalousien, Rollos oder womöglich Vorhänge. Eine weitere Möglichkeit stellt der Einsatz von Sonnenschutzverglasungen dar, welche jedoch in der Winterzeit auch weniger Solarstrahlung hindurch lassen. Zu favorisieren ist die Planung von Bauteilüberständen wie zum Beispiel der Anordnung von südseitigen Balkonen oder Dachüberständen an den Trauf- und Ortgangsseiten. Hierdurch lassen sich die entsprechenden Fenster sowohl in den Erd- als auch in den darüber liegenden Dachgeschossen aufgrund des charakteristischen Sonnenbahnverlaufes automatisch verschatten.

Auch die Haustechnik kann durch den Einsatz einer Lüftungsanlage in Kombination mit einem Sole-Erdreichwärmetauscher einen Beitrag zur thermischen Behaglichkeit und Reduzierung der Raumtemperatur beitragen. Zwar muss hier deutlich von einer Klimaanlage unterschieden werden (welche zudem in einem Niedrigenergiehaus auf Grund des zusätzlichen Energiebedarfs unerwünscht ist), jedoch kann gesagt werden, dass mit einem Erdreichwärmetauscher 1-2 °C niedrigere Raumtermperaturen erzielt werden können als mit reinen Lüftungsanlagen ohne EWT Systemen.

Oft werden mit den konstruktiven Maßnahmen auch der Einsatz spezieller Dämmstoffe in Verbindung gebracht, wie zum Beispiel Holzfaserdämmstoffe, welche sich durch eine höhere Wärmespeicherfähigkeit positiv auf den sommerlichen Wärmeschutz auswirken sollen. Diese Dämmstoffe verzögern zum einen durch ihre spezifischen Baustoffeigenschaften den Wärmeeintrag und verringern das Amplitudenverhältnis zwischen den maximalen und minimalen Außen- bzw. Innentemperaturen. An dieser Stelle kann jedoch gesagt werden, dass bei den heutigen besonders niedrigen U-Werten der Bauteile mit den entsprechenden Bauteilstärken diese speziellen Dämmstoffe nur eine untergeordnete Rolle für den sommerlichen Wärmeschutz spielen. Bei den heutigen hoch wärmgedämmten Bauteilkonstruktionen mit unterschiedlichen Dämmstoffen aus beispielsweise Mineralwolle, Holz- oder Zellulosefasern lassen sich aus diesen Gründen keine signifikante Unterschiede mehr hinsichtlich der Auswirkung auf den sommerlichen Wärmeschutz feststellen.

In  einem weiteren Beitrag, der bald folgen wird, können Sie dann nachlesen, wie Sie in Ihrem Eigenheim zum Wärmeschutz im Sommer beitragen können.

33 KOMMENTARE
von Karl
23. Juli 2012, 11:34
Ist denn so eine Leerkassette nicht bei der "neuen" 134wgt quasi schon mit drin? Das läuft doch elektronisch ab, zumindest war das die Info meines Bemusterers.
von Daniel Buchholz
22. Juli 2012, 20:17
Hallo,

wir haben bzgl. des Bypass exakt dieselben Erfahrungen gemacht. Der Bypass ist quasi wirkungslos. Daher unterschreiben wir zu 100% die Erfahrungen von Herrn Schreck.

Daniel Buchholz
von Christoffer Walcher
18. Juli 2012, 14:47
@ Wolfgang:

Eine Leerkassette können Sie gerne über unseren Kundendienst anfragen, einfach eine Email an service@schwoerer.de schicken. Danke!
von Christoffer Walcher
18. Juli 2012, 10:23
@ Matthias Perl:

Meine Aussage von 1-2°C bezieht sich nicht auf die Zulufttemperatur,
sondern auf die realisierbare Raumlufttemperatur mit Sole EWT.
von Wolfgang
16. Juli 2012, 12:13
Hallo zusammen, was kostet denn so eine leerkassette und ist sowas nicht standardmaessig eingebaut?
Wir haben letztes Jahr gebaut und haben eine 134wgt eingebaut.gruss und danke
von Jochen Schreck
9. Juli 2012, 09:13
Hallo,

als Nutzer eines EWT-Ansaugrohres kann ich folgende Erfahrung teilen:
- Temperatur Ansaugluft 10 - 20 Grad niedriger bei EWT-Betrieb
- Raumtemperatur 2 - 4 Grad niedriger
- Bei Einschalten der Kühlfunktion der Kleinwärmepumpe nochmal 1 - 2 Grad weniger
- Der eigentliche Komfort der Kühlfunktion ist vor allem die niedrigere Luftfeuchte bei schwül-heißem Wetter
- Die Bypass-Klappe für den passiven Wärmetauscher funktioniert nur mäßig: Es wird immer noch viel Luft durch den Wärmetauscher gezogen, da die Klappe nur eine Zusatzöffnung schafft, nicht aber den Wärmetauscher im Lüftungsgerät verschließt. Vor ein paar Tagen habe ich mir eine Sommer-Leerkassette geleistet. Vorher habe ich die Zu-, Fortlufttemperaturen angesehen: Zuluft fiel von 24 auf 20,5 Grad, Fortluft stieg um 3 - 4 Grad. Dabei war die Bypassklappe offen! Das zeigt, wie viel Luft immer noch durch die Wärmetauscherkassette gezogen wird. Dabei wird die kalte Luft vom EWT leider "vorgewärmt", was ich im Sommer überhaupt nicht gebrauchen kann. Durch die Leerkassette passiert das nicht mehr und die Luft trifft fast mit der Temperatur in den Räumen ein, mit der sie angesaugt wird.

Fazit:
Um sommerlich optimal zu Lüften, sollte man eine Sommer-Leerkassette haben für die warme Zeit, da der Bypass nicht optimal arbeitet. In der Übergangszeit und im Winter funktioniert der Bypass bestens.

Ob Luftansaugrohr-EWT oder Sole-EWT, dürfte egal sein. Eine Anmerkung habe ich jedoch zum Sole-EWT: Offenbar ist da (nach anderen Berichten) ein Filter vorgeschaltet und der Wärmetauscher liegt vor der Lüftungsanlage. Damit hat man dann zwei Filter zu wechseln: Den beim Sole-WT und den Ansaugluftfilter im Lüftungsgerät.

Hinsichtlich der Bypass-Klappe halte ich es für sinnvoll, die Lüftungsanlage weiterzuentwickeln: Die Bypassklappe sollte die Wärmetauscherkassette eingangsseitig verschließen, wenn die Klappe geöffnet ist. Dann braucht man wirklich keine Sommer-Leerkassette mehr und die schon sehr gute Schwörer-Lüftungsanlage wäre noch ein ganzes Stück besser.

Damit stünde dann einem schön kühlen Haus im Sommer schon standardmäßig garnichts mehr im Wege.

Viele Grüße,
Jochen Schreck
von Matthias Perl
6. Juli 2012, 09:38
Guten Morgen Herr Walcher,

sie haben Ihren Text nun umformuliert, aber die genannten Werte sind die gleichen.
Verwirrung kommt bei mir auf, da Ihr Kollege Herr Schwarz andere Zahlen vermittelt.

Zitat von Herrn Armin Schwarz vom 20.09.2011:
"Sommerliche Nutzung

im schwülheißen Sommer bedient sich der Soletauscher ebenfalls der konstanten Erdtemperatur, die in diesem Fall die warme Außenluft um ca. 10 K ankühlt. Man spricht hier „nur“ von einer Ankühlung, nicht von einer Klimatisierung. Im Gebäude wird es sehr wohl wahrgenommen, ob die Zuluft mit 30° C (direkt, ohne EWT) oder nur mit 20°C mittels vorgeschaltetem Sole-EWT ins Haus eingebracht wird."

Evtl. können sie hier nochmals Klarheit schaffen.

Danke+Gruß
Matthias Perl
von Christoffer Walcher
3. Juli 2012, 13:55
Hallo Herr Müller,

vielen Dank für Ihren Hinweis!
Dies war von mir nicht optimal formuliert. Ich habe es im Text oben korrigiert. Ich hoffe, es ist jetzt verständlicher.
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