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Sommerlicher Wärmeschutz – Teil 2

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Kategorie: Tipps
Kommentare: 33

– schon in der Planungsphase des Gebäudes berücksichtigen

Wenn man vom sommerlichen Wärmeschutz spricht, sollten an erster Stelle die konstruktiven Maßnahmen erwähnt werden, welche in der  Planungsphase eines Gebäudes den entscheidenden Einfluss auf die thermische Behaglichkeit aufweisen. Da der maßgebliche solare Energieeintrag durch die Fenster in die Aufenthaltsräume gelangt, ist es unumgänglich, große Fensterflächen auf der Süd-Ost, Süd und Süd-West Seite mit einem Verschattungssystem auszustatten.

Rollläden, Jalousien oder im Scheibenzwischenraum integrierte Verschattungssysteme stellen hier nur einen kleine Auswahl an Möglichkeiten dar. Deutlich muss jedoch an dieser Stelle erwähnt werden, dass außenliegende Lösungen weitaus effektiver sind als intern angebrachte Systeme, wie beispielsweise innenliegende Jalousien, Rollos oder womöglich Vorhänge. Eine weitere Möglichkeit stellt der Einsatz von Sonnenschutzverglasungen dar, welche jedoch in der Winterzeit auch weniger Solarstrahlung hindurch lassen. Zu favorisieren ist die Planung von Bauteilüberständen wie zum Beispiel der Anordnung von südseitigen Balkonen oder Dachüberständen an den Trauf- und Ortgangsseiten. Hierdurch lassen sich die entsprechenden Fenster sowohl in den Erd- als auch in den darüber liegenden Dachgeschossen aufgrund des charakteristischen Sonnenbahnverlaufes automatisch verschatten.

Auch die Haustechnik kann durch den Einsatz einer Lüftungsanlage in Kombination mit einem Sole-Erdreichwärmetauscher einen Beitrag zur thermischen Behaglichkeit und Reduzierung der Raumtemperatur beitragen. Zwar muss hier deutlich von einer Klimaanlage unterschieden werden (welche zudem in einem Niedrigenergiehaus auf Grund des zusätzlichen Energiebedarfs unerwünscht ist), jedoch kann gesagt werden, dass mit einem Erdreichwärmetauscher 1-2 °C niedrigere Raumtermperaturen erzielt werden können als mit reinen Lüftungsanlagen ohne EWT Systemen.

Oft werden mit den konstruktiven Maßnahmen auch der Einsatz spezieller Dämmstoffe in Verbindung gebracht, wie zum Beispiel Holzfaserdämmstoffe, welche sich durch eine höhere Wärmespeicherfähigkeit positiv auf den sommerlichen Wärmeschutz auswirken sollen. Diese Dämmstoffe verzögern zum einen durch ihre spezifischen Baustoffeigenschaften den Wärmeeintrag und verringern das Amplitudenverhältnis zwischen den maximalen und minimalen Außen- bzw. Innentemperaturen. An dieser Stelle kann jedoch gesagt werden, dass bei den heutigen besonders niedrigen U-Werten der Bauteile mit den entsprechenden Bauteilstärken diese speziellen Dämmstoffe nur eine untergeordnete Rolle für den sommerlichen Wärmeschutz spielen. Bei den heutigen hoch wärmgedämmten Bauteilkonstruktionen mit unterschiedlichen Dämmstoffen aus beispielsweise Mineralwolle, Holz- oder Zellulosefasern lassen sich aus diesen Gründen keine signifikante Unterschiede mehr hinsichtlich der Auswirkung auf den sommerlichen Wärmeschutz feststellen.

In  einem weiteren Beitrag, der bald folgen wird, können Sie dann nachlesen, wie Sie in Ihrem Eigenheim zum Wärmeschutz im Sommer beitragen können.

33 KOMMENTARE
von Manfred
1. August 2013, 17:19
Hallo zusammen,

um das Haus kühl zu halten, machen wir jetzt bei der Hitze in den Räumen natürlich alle Rolladen zu. Dabei ist uns aber seit ein paar Tagen aufgefallen, dass sich scheinbar in einem Rolladenkasten in einem der Kinderzimmer Insekten häuslich niedergelassen haben. Darf sowas überhaupt vorkommen? Hat das Problem noch jemand, vielleicht gleich mit ein paar Tipps? Es verhält sich so, dass bei geschlossenem Rolladen die Tiere angeflogen kommen und dann hört man sie vom Zimmer aus im Kasten brummen. Hat jetzt nicht wirklich mit Wärmeschutz zu tun, ist aber eben bei der 'aktiven Beschattung' des Hauses zum ersten Mal aufgefallen, die Kinder (zzt. im Ferienlager) haben vorher noch nie etwas dazu berichtet.

Gruß, Manfred
von W. Müller
30. Juli 2013, 12:55
Hallo,

war das ein Vertipper, dass die Zuluft kälter ist bei höherer Außentemperatur? War der EWT aktiv bei der niedrigeren Außentemperatur? Falls beides nein, dann sind das eigentlich relativ normale Werte. Der EWT scheint auch zu funktionieren (30,4° nach 24°), wenn auch nicht mehr so effektiv. Das kann aber an der allgemeinen Hitze liegen, die den EWT langsam in die Sättigung treibt.
Bei den 24,6°C Außentemperaturen war er vermutlich nicht aktiv. Wenn das gewünscht ist, dann muss der Raumtemperaturregler auf niedrigere Werte gestellt werden (z.B. 22°C) und die Ansprechschwelle ggf. verändert werden.

Da die Temperatur nach EWT und die Zulufttemperatur nahezu gleich sind, bringt eine Sommerkassette hier wenig. Bei uns ist der Unterschied immer wesentlich größer - bis zu 3°C.

Ansonsten Kühlfunktion anschalten, dann kommt ca. 14°C kühle Luft in die Wohnräume. Allerdings merkt man erst eine Wirkung ab ca. 5-6 Stunden Betrieb.

Gruß, W. Müller
von Benjamin
26. Juli 2013, 21:31
Hallo,

wir haben folgendes Problem. WGT 134 mit EWT

Vorab unsere Werte: (2 verschiedene Tage)

Außentemp. 24,6 / 30,4
Temp. nach EWT 24,5 / 24,5
Temp. nach VhR 23,8 / 24,0
Zulufttemp. 25,3 / 24,00
Ablufttemp. 26,0 / 26,00

Unsere Zuluftwerte sind echt katastrophal, v. a. wenn man eure Werte so liest. Dementsprechend haben wir natürlich auch viel zu warme Räume und wir versuchen verzweifelt die kühler zu bekommen.
Haben auch alles beschattet und lüften mit kühler Morgenluft durch.

Was uns aber erst bei öfterem Ablesen aufgefallen ist, unser EWT scheint ja gar nicht zu funktionieren.
Bei uns geht die Temperatur gar nicht wesentlich nach unten. Woran kann das liegen? Was kann man beim EWT anders einstellen/umstellen?

Haben uns jetzt auf jeden Fall für eine Sommerleerkassette entschieden, aber wenn die Luft nach EWT zu warm in den WT kommt, bringt das ja auch nix.

Wir brauchen hier also eine Lösung.

Liebe Grüße
Benjamin
von Alexander
17. Juni 2013, 16:06
Werte EWT im "Hoch"-Sommerbetrieb,

Hallo,

heute (17.6.) ist es richtig schön heiß hier in Süddeutschland (endlich! - nach diesem Mai), und hier ein paar Werte, die in gerade an der WGT abgelesen habe:

Aussentemperatur: 33,5 Grad
Temperatur nach EWT: 20 Grad
TnachWT: 21 Grad
Zuluft: 23,3 Grad
Abluft: 25 Grad

(am Bedienelement: Sommerbetrieb eingestellt mit Zieltemperatur 19 Grad -
Anzeige: Stufe 2 - "Kühlen aus" - "EWTein")

Komplettes Haus beschattet, Fenster geschlossen.

Wir haben keine "Leerkassette" (oder wie das Din auch immer heißt, die den Wärmetauscher im Sommer in der WGT ersetzen kann) im Einsatz.

Die aktuelle Temperatur im Haus empfinden wir als angenehm; der Wirkungsgrad hat mich positiv überrascht - der energetische Aufwand ist im Rahmen. Wir wollen kein klimatisiertes Haus, das sich anfühlt wie eine amerikanische Shopping Mall.

Wir halten natürlich auch die Fenster geschlossen, um nicht die 33 Grad warme Aussenluft ins Haus zu lassen.

Die nächsten Tage soll es ja noch ein wenig heisser werden, mal sehen wie sich das entwickelt.



Alexander
von Henrik Loeser
1. August 2012, 09:44
Hallo Herr Schwarz,

vielen Dank, die Anlage ist jetzt umprogrammiert und der Sommermodus mit Abluft taucht im Menü auf. Wir werden das heute Nacht testen.

Viele Grüße,
Henrik
von Albrecht Schwarz
1. August 2012, 09:36
Hallo Herr Loeser,

der "Sommer Abluftmodus" ist nur bei Anlagen ohne "häusliche Feuerstätte" bzw. bei Einsatz eines separaten Unterdruckwächters (z.B. LEDA LUC) möglich.
Sollten Sie keinen Kaminofen im Einsatz haben, sondern nur die Vorbereitung dafür, könnten Sie den Kaminmode im Menü des Leistungsteils auf Staus 0 setzen.
Somit wäre die Betriebsart "Sommer-Abluft" möglich. Im Bedarfsfall bitte den Schwörer - Kundendienst kontaktieren.

FG A. Schwarz
von Henrik Loeser
30. Juli 2012, 11:05
Wir haben eine WRG 134 BP-LW in einem Passivhaus. Von einem reinen Abluftmodus ist mir bei dieser Anlage nichts bekannt, aber... Kann man das Gerät so umprogrammieren, dass es dort auch einen Abluftmodus gibt?

Unsere Erfahrung mit dem Bypass ist, dass er so gut wie nichts bringt. Der Großteil der Luft geht über den Wärmetauscher. Nach der Diskussion oben habe ich jetzt ein Angebot für eine Sommerkassette angefordert. Als wir gebaut haben, gab es die anscheinend noch nicht.

Henrik
von Jochen Schreck
30. Juli 2012, 10:17
@Daniel Jauss:
Da keine Zuluft zugeführt wird, dürfte das genauso funktionieren. Ohne Zuluft gibt's auch keine Wärmerückgewinnung. Und wenn die Außentemperatur niedriger ist als die Innentemperatur ist das sicherlich die beste Alternative. Ansonsten würde ich zur heißesten Tageszeit die Lüfterstufe von 2 auf 1 stellen, um möglichst wenig warme Luft ins Haus zu ziehen.

Ich selbst kann den Abluftbetrieb nicht nutzen, da wir einen Kaminofen nutzen und in unserer Anlage deshalb die Option "Häusliche Feuerstätte" aktiviert ist, die den reinen Abluftbetrieb aus Sicherheitsgründen deaktiviert.

@Karl:
Der EWT ist eine tolle Sache, schlägt aber natürlich auf's Budget. Ich würde dann, wie von Daniel angefragt, den reinen Abluftbetrieb in der Nacht nutzen und die Fenster aufmachen. Der einzige Nachteil dabei ist der Verlust des Schallschutzes von außen und der Schutz vor Insekten (kann man mit Fliegengitter wiederherstellen).

Selbst mit EWT und Sommerleerkassette stellen wir unser Haus früh morgens nach sehr heißen Tagen mal gerne auf "Durchzug", wenn es die Außentemperaturen zulassen (es eben nicht zu warm ist). Das heißt Fenster und sogar Haustür unten auf, Balkontüren und Fenster oben auf und der Kamineffekt erledigt den Rest... :-). Nichts bringt schneller kühle Luft ins Haus. Und morgens um 6 Uhr sind ohnehin keine Moskitos mehr unterwegs (zumindest bei uns).

Viele Grüße,
Jochen
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