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Sommerlicher Wärmeschutz – Teil 2

Christoffer Walcher
Kategorie: Tipps
Kommentare: 33

– schon in der Planungsphase des Gebäudes berücksichtigen

Wenn man vom sommerlichen Wärmeschutz spricht, sollten an erster Stelle die konstruktiven Maßnahmen erwähnt werden, welche in der  Planungsphase eines Gebäudes den entscheidenden Einfluss auf die thermische Behaglichkeit aufweisen. Da der maßgebliche solare Energieeintrag durch die Fenster in die Aufenthaltsräume gelangt, ist es unumgänglich, große Fensterflächen auf der Süd-Ost, Süd und Süd-West Seite mit einem Verschattungssystem auszustatten.

Rollläden, Jalousien oder im Scheibenzwischenraum integrierte Verschattungssysteme stellen hier nur einen kleine Auswahl an Möglichkeiten dar. Deutlich muss jedoch an dieser Stelle erwähnt werden, dass außenliegende Lösungen weitaus effektiver sind als intern angebrachte Systeme, wie beispielsweise innenliegende Jalousien, Rollos oder womöglich Vorhänge. Eine weitere Möglichkeit stellt der Einsatz von Sonnenschutzverglasungen dar, welche jedoch in der Winterzeit auch weniger Solarstrahlung hindurch lassen. Zu favorisieren ist die Planung von Bauteilüberständen wie zum Beispiel der Anordnung von südseitigen Balkonen oder Dachüberständen an den Trauf- und Ortgangsseiten. Hierdurch lassen sich die entsprechenden Fenster sowohl in den Erd- als auch in den darüber liegenden Dachgeschossen aufgrund des charakteristischen Sonnenbahnverlaufes automatisch verschatten.

Auch die Haustechnik kann durch den Einsatz einer Lüftungsanlage in Kombination mit einem Sole-Erdreichwärmetauscher einen Beitrag zur thermischen Behaglichkeit und Reduzierung der Raumtemperatur beitragen. Zwar muss hier deutlich von einer Klimaanlage unterschieden werden (welche zudem in einem Niedrigenergiehaus auf Grund des zusätzlichen Energiebedarfs unerwünscht ist), jedoch kann gesagt werden, dass mit einem Erdreichwärmetauscher 1-2 °C niedrigere Raumtermperaturen erzielt werden können als mit reinen Lüftungsanlagen ohne EWT Systemen.

Oft werden mit den konstruktiven Maßnahmen auch der Einsatz spezieller Dämmstoffe in Verbindung gebracht, wie zum Beispiel Holzfaserdämmstoffe, welche sich durch eine höhere Wärmespeicherfähigkeit positiv auf den sommerlichen Wärmeschutz auswirken sollen. Diese Dämmstoffe verzögern zum einen durch ihre spezifischen Baustoffeigenschaften den Wärmeeintrag und verringern das Amplitudenverhältnis zwischen den maximalen und minimalen Außen- bzw. Innentemperaturen. An dieser Stelle kann jedoch gesagt werden, dass bei den heutigen besonders niedrigen U-Werten der Bauteile mit den entsprechenden Bauteilstärken diese speziellen Dämmstoffe nur eine untergeordnete Rolle für den sommerlichen Wärmeschutz spielen. Bei den heutigen hoch wärmgedämmten Bauteilkonstruktionen mit unterschiedlichen Dämmstoffen aus beispielsweise Mineralwolle, Holz- oder Zellulosefasern lassen sich aus diesen Gründen keine signifikante Unterschiede mehr hinsichtlich der Auswirkung auf den sommerlichen Wärmeschutz feststellen.

In  einem weiteren Beitrag, der bald folgen wird, können Sie dann nachlesen, wie Sie in Ihrem Eigenheim zum Wärmeschutz im Sommer beitragen können.

33 KOMMENTARE
Christoffer Walcher von Christoffer Walcher
7. November 2016, 13:52
Hallo Paul,

das ist so nicht ganz korrekt. Die wirksame Wärmespeicherfähigkeit der Bauteile fließt indirekt über die ausgeführte Bauart in den Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes gemäß DIN 4108-2 ein. Hierbei wird zwischen der Bauart leicht, mittel und schwer unterschieden - der klassische Holztafelbau lässt sich der leichten Bauart zuordnen. Rechnerisch wirkt sich die schwere Bauart etwas günstiger auf den Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes aus als die leichte Bauart.
Interne Untersuchungen und Messreihen haben ergeben, dass unterschiedliche Dämmstoffe mit variierenden Wärmespeichervermögen (Mineralfaserdämmstoffe, Holzfaser, etc.) in klassischen Einfamilienhäusern keinen signifikanten Unterschied auf das Temperaturverhalten der Räume aufweisen. Die Auswirkungen auf die Phasenverschiebung lassen mit steigendem Fensteranteil deutlich ab.

Viele Grüße
Christoffer Walcher
von Paul
6. November 2016, 20:16
Wieso spielt bei den heutigen U-Werten die Speicherfähigkeit des Materials keine große Rolle mehr? Mich würden auch veröffentliche Messungen interessieren, die das belegen.
von Hans-Juergen Leick
27. Juli 2016, 08:58
Hallo Jens,

für das WRG 400BP besteht die Möglichkeit des Einsatzes einer Sommerleerkassette.
Wenn Sie die Sommerleerkassette anstelle des Gegenstrom-Wärmetauschers in das Gerät einsetzen, ist zu beachten, dass Sie dann tagsüber bei hohen Temperaturen die Anlage eher abschalten, damit keine sehr warme Luft ins Haus eingeblasen wird. Bei Abschaltzeiten am Tag ist es umso wichtiger, dass Sie dann die Abend- und Nachtstunden zur Lüftung nutzen.

Gerne senden wir Ihnen hierzu ein Angebot, schicken Sie uns dazu einfach kurz eine E-Mail an unsere Marketing Abteilung marketing@schwoerer.de mit Ihrer Auftragsnummer.

Viele Grüße
Hans-Jürgen Leick
von Jens
26. Juli 2016, 23:30
Hallo Herr Schwarz, Herr Walcher,

wir sind am Wochenende in unser Schwörerhaus gezogen. Wir sind soweit sehr zufrieden, nur ist es vergleichsweise warm im Haus, trotz tagsüber geschlossener Rollläden.
Mir ist bei der Wohnraumlüftung aufgefallen, dass trotz geöffnetem Sommer-Bypass die Zuluft nach Vorheizregister immer ca. 2 bis 3 Grad höher liegt als in der Ansaugung. Wir haben das Modell WRG400BP. Ist es auch bei diesem Modell noch möglich eine Leerkassette statt des Wärmetauschers einzusetzen?
Falls ja, könnten Sie mir ein Angebot zukommen lassen!?

Vielen Dank im Voraus und viele Grüße
Jens
Dr. Wolfgang Störkle von Dr. Wolfgang Störkle
31. Juli 2014, 07:20
Hallo Daniela,

hier sind zwei Auszüge der BG Bau "Umgang mit Mineralwolle-Dämmstofffen (Glaswolle, Steinwolle)":

„Neue“ Mineralwolle-Dämmstoffe erfüllen hingegen die Kriterien des Anhang IV Nr. 22 Abs. 2 Gefahrstoffverordnung und gelten als nicht krebserzeugend.
Der Hersteller weist die Freizeichnung nach Anhang IV der Gefahrstoffverordnung und die Bewertung als nicht krebserzeugend im Abschnitt 11 (Toxikologische Angaben)
des Sicherheitsdatenblattes gemäß § 6 Gefahrstoffverordnung nach. (S.3)

„Seit 1996 werden in Deutschland Mineralwolleprodukte hergestellt, die als unbedenklich gelten. Der Umgang mit diesen Produkten erfordert neben den Mindestanforderungen beim Umgang mit Arbeitsstoffen keine zusätzlichen Anforderungen.“ (S.6)

Freundliche Grüße
Dr. Wolfgang Störkle
von Daniela
24. Juli 2014, 13:54
Hallo Herr Walcher,

in ihrem Blog schreiben Sie über unterschiedliche Dämmmaterialien. Immer wieder hört man, dass Mineralwolle in der Verwendung in Innenräumen bedenklich sei. Ist das tatsächlich so?

Gibt es zertifizierte MIneralwollle-Produkte die nicht gesundheitgefährlich sprich nicht krebserregend sind?
ist von einer Gesundheitsgefährdung auszugehen, wenn die Produkte in Außen-und INnenwänden verbaut werden?

Freue mich auf Ihre Antwort.

Viele Grüße,
Daniela
von Bühler
6. August 2013, 10:46
Vielleicht ergänzend (auch wenn es nicht direkt mit dem konstruktiven Bau zu tun hat), aber irgendwie gehört es mit zum Thema: Bäume bzw Pflanzen tragen ebenfalls zur Kühlung bei, was oft unterschätzt wird. Das kann bei der (Garten-) Planung mit berücksichtigt werden. Zwar hat dies auch Nachteile (Laub usw), dennoch eine Überlegung für alle die "Grün" lieben.....
von Gerald Methner
5. August 2013, 10:55
Hallo Herr Manfred

beim Rollladenkasten gibt es einen kleinen Spalt hinter dem Panzer und einen kleinen Spalt vor dem Panzer. Das Insekt könnte somit auch bei geöffnetem Panzer in den Kasten gelangen. Ein bauliche Abschottung zu 100% kann nicht erfolgen.

Sollte Gefahr anstehen, so bitten wir Sie je nach Insekt sich z. B. mit einem Imker oder mit einem örtlichen Gartenfachmarkt zur Abwehr in Verbindung zu setzen.

Gruß Gerald Methner
von Manfred
1. August 2013, 17:19
Hallo zusammen,

um das Haus kühl zu halten, machen wir jetzt bei der Hitze in den Räumen natürlich alle Rolladen zu. Dabei ist uns aber seit ein paar Tagen aufgefallen, dass sich scheinbar in einem Rolladenkasten in einem der Kinderzimmer Insekten häuslich niedergelassen haben. Darf sowas überhaupt vorkommen? Hat das Problem noch jemand, vielleicht gleich mit ein paar Tipps? Es verhält sich so, dass bei geschlossenem Rolladen die Tiere angeflogen kommen und dann hört man sie vom Zimmer aus im Kasten brummen. Hat jetzt nicht wirklich mit Wärmeschutz zu tun, ist aber eben bei der 'aktiven Beschattung' des Hauses zum ersten Mal aufgefallen, die Kinder (zzt. im Ferienlager) haben vorher noch nie etwas dazu berichtet.

Gruß, Manfred
von W. Müller
30. Juli 2013, 12:55
Hallo,

war das ein Vertipper, dass die Zuluft kälter ist bei höherer Außentemperatur? War der EWT aktiv bei der niedrigeren Außentemperatur? Falls beides nein, dann sind das eigentlich relativ normale Werte. Der EWT scheint auch zu funktionieren (30,4° nach 24°), wenn auch nicht mehr so effektiv. Das kann aber an der allgemeinen Hitze liegen, die den EWT langsam in die Sättigung treibt.
Bei den 24,6°C Außentemperaturen war er vermutlich nicht aktiv. Wenn das gewünscht ist, dann muss der Raumtemperaturregler auf niedrigere Werte gestellt werden (z.B. 22°C) und die Ansprechschwelle ggf. verändert werden.

Da die Temperatur nach EWT und die Zulufttemperatur nahezu gleich sind, bringt eine Sommerkassette hier wenig. Bei uns ist der Unterschied immer wesentlich größer - bis zu 3°C.

Ansonsten Kühlfunktion anschalten, dann kommt ca. 14°C kühle Luft in die Wohnräume. Allerdings merkt man erst eine Wirkung ab ca. 5-6 Stunden Betrieb.

Gruß, W. Müller
von Benjamin
26. Juli 2013, 21:31
Hallo,

wir haben folgendes Problem. WGT 134 mit EWT

Vorab unsere Werte: (2 verschiedene Tage)

Außentemp. 24,6 / 30,4
Temp. nach EWT 24,5 / 24,5
Temp. nach VhR 23,8 / 24,0
Zulufttemp. 25,3 / 24,00
Ablufttemp. 26,0 / 26,00

Unsere Zuluftwerte sind echt katastrophal, v. a. wenn man eure Werte so liest. Dementsprechend haben wir natürlich auch viel zu warme Räume und wir versuchen verzweifelt die kühler zu bekommen.
Haben auch alles beschattet und lüften mit kühler Morgenluft durch.

Was uns aber erst bei öfterem Ablesen aufgefallen ist, unser EWT scheint ja gar nicht zu funktionieren.
Bei uns geht die Temperatur gar nicht wesentlich nach unten. Woran kann das liegen? Was kann man beim EWT anders einstellen/umstellen?

Haben uns jetzt auf jeden Fall für eine Sommerleerkassette entschieden, aber wenn die Luft nach EWT zu warm in den WT kommt, bringt das ja auch nix.

Wir brauchen hier also eine Lösung.

Liebe Grüße
Benjamin
von Alexander
17. Juni 2013, 16:06
Werte EWT im "Hoch"-Sommerbetrieb,

Hallo,

heute (17.6.) ist es richtig schön heiß hier in Süddeutschland (endlich! - nach diesem Mai), und hier ein paar Werte, die in gerade an der WGT abgelesen habe:

Aussentemperatur: 33,5 Grad
Temperatur nach EWT: 20 Grad
TnachWT: 21 Grad
Zuluft: 23,3 Grad
Abluft: 25 Grad

(am Bedienelement: Sommerbetrieb eingestellt mit Zieltemperatur 19 Grad -
Anzeige: Stufe 2 - "Kühlen aus" - "EWTein")

Komplettes Haus beschattet, Fenster geschlossen.

Wir haben keine "Leerkassette" (oder wie das Din auch immer heißt, die den Wärmetauscher im Sommer in der WGT ersetzen kann) im Einsatz.

Die aktuelle Temperatur im Haus empfinden wir als angenehm; der Wirkungsgrad hat mich positiv überrascht - der energetische Aufwand ist im Rahmen. Wir wollen kein klimatisiertes Haus, das sich anfühlt wie eine amerikanische Shopping Mall.

Wir halten natürlich auch die Fenster geschlossen, um nicht die 33 Grad warme Aussenluft ins Haus zu lassen.

Die nächsten Tage soll es ja noch ein wenig heisser werden, mal sehen wie sich das entwickelt.



Alexander
von Henrik Loeser
1. August 2012, 09:44
Hallo Herr Schwarz,

vielen Dank, die Anlage ist jetzt umprogrammiert und der Sommermodus mit Abluft taucht im Menü auf. Wir werden das heute Nacht testen.

Viele Grüße,
Henrik
Albrecht Schwarz von Albrecht Schwarz
1. August 2012, 09:36
Hallo Herr Loeser,

der "Sommer Abluftmodus" ist nur bei Anlagen ohne "häusliche Feuerstätte" bzw. bei Einsatz eines separaten Unterdruckwächters (z.B. LEDA LUC) möglich.
Sollten Sie keinen Kaminofen im Einsatz haben, sondern nur die Vorbereitung dafür, könnten Sie den Kaminmode im Menü des Leistungsteils auf Staus 0 setzen.
Somit wäre die Betriebsart "Sommer-Abluft" möglich. Im Bedarfsfall bitte den Schwörer - Kundendienst kontaktieren.

FG A. Schwarz
von Henrik Loeser
30. Juli 2012, 11:05
Wir haben eine WRG 134 BP-LW in einem Passivhaus. Von einem reinen Abluftmodus ist mir bei dieser Anlage nichts bekannt, aber... Kann man das Gerät so umprogrammieren, dass es dort auch einen Abluftmodus gibt?

Unsere Erfahrung mit dem Bypass ist, dass er so gut wie nichts bringt. Der Großteil der Luft geht über den Wärmetauscher. Nach der Diskussion oben habe ich jetzt ein Angebot für eine Sommerkassette angefordert. Als wir gebaut haben, gab es die anscheinend noch nicht.

Henrik
von Jochen Schreck
30. Juli 2012, 10:17
@Daniel Jauss:
Da keine Zuluft zugeführt wird, dürfte das genauso funktionieren. Ohne Zuluft gibt's auch keine Wärmerückgewinnung. Und wenn die Außentemperatur niedriger ist als die Innentemperatur ist das sicherlich die beste Alternative. Ansonsten würde ich zur heißesten Tageszeit die Lüfterstufe von 2 auf 1 stellen, um möglichst wenig warme Luft ins Haus zu ziehen.

Ich selbst kann den Abluftbetrieb nicht nutzen, da wir einen Kaminofen nutzen und in unserer Anlage deshalb die Option "Häusliche Feuerstätte" aktiviert ist, die den reinen Abluftbetrieb aus Sicherheitsgründen deaktiviert.

@Karl:
Der EWT ist eine tolle Sache, schlägt aber natürlich auf's Budget. Ich würde dann, wie von Daniel angefragt, den reinen Abluftbetrieb in der Nacht nutzen und die Fenster aufmachen. Der einzige Nachteil dabei ist der Verlust des Schallschutzes von außen und der Schutz vor Insekten (kann man mit Fliegengitter wiederherstellen).

Selbst mit EWT und Sommerleerkassette stellen wir unser Haus früh morgens nach sehr heißen Tagen mal gerne auf "Durchzug", wenn es die Außentemperaturen zulassen (es eben nicht zu warm ist). Das heißt Fenster und sogar Haustür unten auf, Balkontüren und Fenster oben auf und der Kamineffekt erledigt den Rest... :-). Nichts bringt schneller kühle Luft ins Haus. Und morgens um 6 Uhr sind ohnehin keine Moskitos mehr unterwegs (zumindest bei uns).

Viele Grüße,
Jochen
von Karl
27. Juli 2012, 10:05
Handelt es sich bei der zukünftig verbauten WRG-Einheit um eben jene, die auch Jochen im Einsatz hat? (WRG 134 BP-HK KLB). Unser Haus wird im August/September aufgestellt.
Da wir keinen Erdwärmetauscher mitbestellt haben, hat es also wenig Sinn, die Leerkassette zu nutzen?!
von Daniel Jauss
27. Juli 2012, 08:54
Hallo Zusammen,

wäre es für Häuser die keinen Erdrohr/Sole-Erdwärmetauscher haben, eventuell eine Option ein Fenster zu öffnen und auf Abluftbetrieb zu schalten?
Vorallem in der Nacht dürfte so die kühlere Lüft direkt ins Haus strömen, ohne über den Wärmetauscher noch Wärme aufzunehmen.
Oder habe ich hier einen Denkfehler?

Viele Grüße,

Daniel
Albrecht Schwarz von Albrecht Schwarz
27. Juli 2012, 08:00
Hallo TuI,

Bei längerer "Hitze" ist der Einsatz der Sommer - Leerkassette sinnvoller. Es wird die Luft wirklich 1:1 getauscht.
Der automatische Bypass ist hier nicht so ganz kompromisslos, dafür flexibler wenn sich die Wettersituation häufig ändert.
Zur Nutzung der Leerkassette muss der Wärmetauscher mechanisch aus dem Gerät entnommen und durch die Leerkassette ersetzt werden, bei Temperaturänderung das Ganze wieder zurück.
Fazit: In Regionen mit ständig wechselnden Außentemperaturen (schw. Alb, Schwarzwald, Allgäu etc.) halte ich den Einsatz der Leerkassette für nicht nötig, in anderen Regionen schon.
Albrecht Schwarz von Albrecht Schwarz
26. Juli 2012, 10:02
Hallo TuI,

Bei längerer "Hitze" ist der Einsatz der Sommer - Leerkassette sinnvoller. Es wird die Luft wirklich 1:1 getauscht.
Der automatische Bypass ist hier nicht so ganz kompromisslos, dafür flexibler wenn sich die Wettersituation häufig ändert. Zur Nutzung der Leerkassette muss der Wärmetauscher mechanisch aus dem Gerät entnommen und durch die Leerkassette ersetzt werden, bei Temperaturänderung das Ganze wieder zurück.
Fazit: In Regionen mit ständig wechselnden Außentemperaturen (schw. Alb, Schwarzwald, Allgäu etc.) halte ich den Einsatz der Leerkassette für nicht nötig, in anderen Regionen schon.

FG Albrecht
von Jochen Schreck
25. Juli 2012, 23:40
Hallo Tul,

man steckt schon tief drin im Thema... :-)
Und da ich die Diskussion losgetreten habe, antworte ich fairerweise auch.

Also laienverständlich:

Die vorhandene Bypassklappe funktioniert bekanntlich automatisch, öffnet also bei Bedarf und lässt so idealerweise die Zuluft am passiven Wärmetauscher ohne Wärmerückgewinnung vorbeiströmen, damit die Zuluft an heißen Tagen nicht noch unnötig vorgewärmt wird.

Bedingt durch die kleine Öffnungsgröße und den recht kleinen Bypassfilter fließt aber trotzdem noch ein nicht unerheblicher Teil der Zuluft über den Wärmetauscher, wodurch die Wirkung der Bypassklappe (meiner Meinung nach) stark reduziert wird.
Anders gesagt: Trotz offener Bypassklappe wird immer noch relativ viel Wärmeenergie von der (an heißen Tagen) wärmeren Abluft an die (normalerweise) kühlere Zuluft übertragen.

Durch Einsetzen einer Sommerleerkassette anstelle des Wärmetauschers wird nun PERMANENT gar keine Wärmeenergie mehr von der Abluft auf die Zuluft mehr übertragen. Das ist quasi ein dauerhafter Bypass.

Dadurch verliert man zwar den Komfort der Automatik, jedoch erhält man eine deutlich kühlere Zuluft an sommerlichen Tagen. Die Zuluft-Temperatur sank bei mir von 23,9 auf 20,4 °C - und das bei Lüfterstufe 3!

Vor allem in Verbindung mit einem Erdrohr- oder Sole-Erdwärmetauscher zum zusätzlichen Ankühlen der Zuluft im Sommer (oder Anwärmen im Winter) ergeben sich so deutlich angenehmere Temperaturen im Haus. Hat man diese optionale Einrichtung nicht, dürfte die Sommerleerkassette auch nicht so viel bringen, da ja die Zuluft an heißen Tagen dann gar nicht kühler ist, sondern eher wärmer - möglicherweise ist diese dann sogar ein Nachteil.

Nicht vergessen:
Die Sommerleerkassette muss natürlich wieder durch die Wärmetauscherkassette ersetzt werden, wenn's draußen wieder kalt wird!

Ich mache das künftig so:

Im Winter, im späten Herbst und frühen Frühjahr: Standardwärmetauscherkassette verwenden.

Bei sommerlichen Temperaturen: Sommerleerkassette verwenden.
Dabei sind einige kühle Tage zwischendurch kein Problem, da die Wände eines Hauses auch Wärme speichern und ein Haus dadurch nicht plötzlich auskühlen kann.

Für mich ist die Sommerleerkassette jeden Cent wert.

Grüße,
Jochen
von TuI
24. Juli 2012, 18:49
Hallo Herr Schwarz,

könnten Sie bitte den Unterschied mit und ohne Leerkassette einmal "laienverständlich" erklären. Ist es nun sinnvoll bei vorhandenen Sommerbypass (automatisch) eine Leerkassette nachzurüsten?

Besten Dank.
TuI
von Jochen Schreck
24. Juli 2012, 12:14
Zum Thema Sommerleerkassette:

Habe jetzt die Rechnung erhalten:
Für WRG 134 BP-HK KLB (Stand 2007) der Preis im Juli 2012 inkl. Steuer und Versand:
151,67 EUR

Dabei bleibt noch eines zu erwähnen:
Die Leerkassette passt nicht korrekt! Und zwar ist diese nicht ganz so hoch oben links, das ist die Seite mit dem Zuluft-Filter. Wo ist das Problem? Der Zuluft-Filter ist dann "nicht mehr ganz dicht" auf dem Lufteinlass der Kassette. So können der ganze Staub und die Insekten ungehindert in den Wärmetauscher der Wärmepumpe und diesen stark verschmutzen bzw. sogar mit der Zeit verstopfen. Liegt hier evtl. ein Konstruktionsfehler vor? Ich habe hier Silikonklebeband zur Verfügung und habe die fehlende Höhe "aufgefüttert", sodass der Filter wieder einigermaßen dicht aufsitzt (das war konstruktionsbedingt ohnehin noch nie wirklich gut gelöst). Die Leerkassette bringt für diejenigen, die sich nicht zu helfen wissen, also andere Nachteile mit sich (leider!). Grundsätzlich sollte die Filteraufnahme (der Alurahmen mit dem nicht sehr effizienten Klettband) mal überarbeitet werden, damit der Filter auch wirklich dicht auf den Einlässen sitzt. Daran wäre ich SEHR interessiert!

Zum Thema Temperaturen:
Sicherlich erfüllt die Bypass-Klappe eine gewisse Funktion, aber von "Ausblenden des Wärmetauschers" kann überhaupt nicht die Rede sein! Hier sollte Schwörer über ein Re-Design nachdenken: Eine echte umschaltbare Zuluft, die zu 100% auf den Bypass schaltet und konstruktiv die Luftströmung durch den Wärmetauscher verhindert, z.B. wie in der Umschaltung beim Luft-EWT-Rohr per Motorklappe - nur eben anders herum. Geschickt wäre es, in diesem Zuge den Luftstrom erst nach dem WT-Register der Wärmepumpe wieder zuzuführen. Das senkt den Strömungswiderstand der Luft und damit auch den Stromverbrauch der Lüftermotoren nochmals.

Ergebnisse Vorher / Nachher (mit Bypass offen / mit Sommerleerkassette):
Abluft-Temp: 20,6 °C / 25,0 °C
Zuluft-Temp: 23,9 °C / 20,4 °C
Fortluft-Temp: 20,6 °C / 23,7 °C
Verd.Temp: 20,3 °C / 24,2 °C
Konden.TMP: 22,7 °C / 19,3 °C
TnVHR: 19,6 °C / 19,5 °C
Außen-TMP: 24,8 °C / 23,9 °C

Was ist was (Herr Schwarz, korrigieren Sie mich bitte, wenn etwas falsch ist):
- Abluft-Temp ist die Temperatur der Abluft direkt am Rohr von der Wohnung.
- Zuluft-Temp ist die Temperatur, mit der die Luft in die Wohnung geleitet wird.
- Fortluft-Temp ist die Temperatur, mit der die Luft am Abluftstutzen ins Freie geblasen wird.
- Verd.TMP ist die Temperatur am Wärmetauscher-Register der Wärmepumpe für den Abluftstrom
- Kondens.TMP ist die Temperatur am Wärmetauscher-Register der Wärmepumpe für den Zuluftstrom
- TnVHR ist die Temperatur, mit der die Zuluft in das Lüftungsgerät eintritt (nach Abtau-Heizregister und EWT)
- Außen-TMP ist die Temperatur der Außenluft, gemessen am Fühler unter dem Dach.

Weitere wichtige Parameter für die Interpretation der Daten:
- EWT (Luftansaugrohr-EWT) war EIN.
- Es war Abend an einem sonst heißen Tag
- Bypassklappe war AUF

Man sieht, das die in das Lüftungsgerät eintretende Lufttemperatur konstant bei ca. 19,5 °C war. Das ist die Temperatur, die durch den Erdrohr-Wärmetauscher erreicht werden konnte (nach einigen sehr heißen Tagen!). Die Außentemperatur war dabei gerade fallend bei ca. 24 °C. Nach Einsetzen der Sommerleerkassette anstelle der normalen Wärmetauscherkassette (mit offenem Bypass) sank die Zulufttemperatur von 23,9 °C auf 20,4 °C. Da heißt, die in das Lüftungsgerät eintretende Luft wird gerade mal 1 °C wärmer durch die Motoren gegenüber 4,5 °C vorher mit Standard-WT und Bypass. Das bedeuted also, das die Wohnung nun effektiv gekühlt wird anstatt dem "auf Temperaturhalten" das der nicht wirklich ausgeblendete Wärmetauscher verursachte. So kommt nur der Erdrohr-Wärmetauscher endlich voll zur Geltung. Das keine Wärme mehr aus der Abluft entzogen wird, sieht man an der Abluft-Temperatur: Diese stieg von 20,6 °C auf 25 °C! Somit wird die warme Luft nun endlich direkt nach draußen befördert, ohne deren Wärme wieder in die Zuluft zu stecken. Das ganze wird belegt durch die Temperaturen an den Wärmetauscher-Registern der Wärmepumpe: Abluftseite (Verd.Temp) 20,3 °C -> 24,2 °C. Zuluftseite (Konden.TMP): 22,7 °C -> 19,3 °C. Messtoleranzen der verschiedenen Fühler gibt's natürlich auch, aber der Vorher-Nachher-Vergleich ist SEHR aussagekräftig!

Auch die für unseren Sommer sehr kalten letzten Tage mit Nachttemperaturen von 10°C waren kein Problem mit der Sommer-Leerkassette: Das Haus puffert die recht kalten Zulufttemperaturen nachts prima aus. Wir hatten hier niemals weniger als 21 °C im Haus. Man kann durch etwas weniger Verschattung die Temperaturen sehr schnell wieder anheben.

Ich hoffe, das hilft allen weiter, die etwas kühlere Temperaturen im Haus haben wollen im Sommer. Und vielleicht nimmt das ja auch Schwörer zum Anlass, für künftige Häuslebauer eine verbesserte Version der Lüftungsanlage zu konstruieren.

Grüße,
Jochen
Albrecht Schwarz von Albrecht Schwarz
24. Juli 2012, 07:10
@ Karl

Die Sommer - Leerkassette ist eine extra Artikel.
Im Grundgerät ist der Sommer-Bypass enthalten, welcher die Wärmerückgewinnung bei entsprechenden Temperaturen ausblendet.
Die Leerkassette wird anstelle des Wärmetauschers in das Lüftergerät eingesetzt und tauscht die Luft 1:1.
von Karl
23. Juli 2012, 11:34
Ist denn so eine Leerkassette nicht bei der "neuen" 134wgt quasi schon mit drin? Das läuft doch elektronisch ab, zumindest war das die Info meines Bemusterers.
von Daniel Buchholz
22. Juli 2012, 20:17
Hallo,

wir haben bzgl. des Bypass exakt dieselben Erfahrungen gemacht. Der Bypass ist quasi wirkungslos. Daher unterschreiben wir zu 100% die Erfahrungen von Herrn Schreck.

Daniel Buchholz
Christoffer Walcher von Christoffer Walcher
18. Juli 2012, 14:47
@ Wolfgang:

Eine Leerkassette können Sie gerne über unseren Kundendienst anfragen, einfach eine Email an service@schwoerer.de schicken. Danke!
Christoffer Walcher von Christoffer Walcher
18. Juli 2012, 10:23
@ Matthias Perl:

Meine Aussage von 1-2°C bezieht sich nicht auf die Zulufttemperatur,
sondern auf die realisierbare Raumlufttemperatur mit Sole EWT.
von Wolfgang
16. Juli 2012, 12:13
Hallo zusammen, was kostet denn so eine leerkassette und ist sowas nicht standardmaessig eingebaut?
Wir haben letztes Jahr gebaut und haben eine 134wgt eingebaut.gruss und danke
von Jochen Schreck
9. Juli 2012, 09:13
Hallo,

als Nutzer eines EWT-Ansaugrohres kann ich folgende Erfahrung teilen:
- Temperatur Ansaugluft 10 - 20 Grad niedriger bei EWT-Betrieb
- Raumtemperatur 2 - 4 Grad niedriger
- Bei Einschalten der Kühlfunktion der Kleinwärmepumpe nochmal 1 - 2 Grad weniger
- Der eigentliche Komfort der Kühlfunktion ist vor allem die niedrigere Luftfeuchte bei schwül-heißem Wetter
- Die Bypass-Klappe für den passiven Wärmetauscher funktioniert nur mäßig: Es wird immer noch viel Luft durch den Wärmetauscher gezogen, da die Klappe nur eine Zusatzöffnung schafft, nicht aber den Wärmetauscher im Lüftungsgerät verschließt. Vor ein paar Tagen habe ich mir eine Sommer-Leerkassette geleistet. Vorher habe ich die Zu-, Fortlufttemperaturen angesehen: Zuluft fiel von 24 auf 20,5 Grad, Fortluft stieg um 3 - 4 Grad. Dabei war die Bypassklappe offen! Das zeigt, wie viel Luft immer noch durch die Wärmetauscherkassette gezogen wird. Dabei wird die kalte Luft vom EWT leider "vorgewärmt", was ich im Sommer überhaupt nicht gebrauchen kann. Durch die Leerkassette passiert das nicht mehr und die Luft trifft fast mit der Temperatur in den Räumen ein, mit der sie angesaugt wird.

Fazit:
Um sommerlich optimal zu Lüften, sollte man eine Sommer-Leerkassette haben für die warme Zeit, da der Bypass nicht optimal arbeitet. In der Übergangszeit und im Winter funktioniert der Bypass bestens.

Ob Luftansaugrohr-EWT oder Sole-EWT, dürfte egal sein. Eine Anmerkung habe ich jedoch zum Sole-EWT: Offenbar ist da (nach anderen Berichten) ein Filter vorgeschaltet und der Wärmetauscher liegt vor der Lüftungsanlage. Damit hat man dann zwei Filter zu wechseln: Den beim Sole-WT und den Ansaugluftfilter im Lüftungsgerät.

Hinsichtlich der Bypass-Klappe halte ich es für sinnvoll, die Lüftungsanlage weiterzuentwickeln: Die Bypassklappe sollte die Wärmetauscherkassette eingangsseitig verschließen, wenn die Klappe geöffnet ist. Dann braucht man wirklich keine Sommer-Leerkassette mehr und die schon sehr gute Schwörer-Lüftungsanlage wäre noch ein ganzes Stück besser.

Damit stünde dann einem schön kühlen Haus im Sommer schon standardmäßig garnichts mehr im Wege.

Viele Grüße,
Jochen Schreck
von Matthias Perl
6. Juli 2012, 09:38
Guten Morgen Herr Walcher,

sie haben Ihren Text nun umformuliert, aber die genannten Werte sind die gleichen.
Verwirrung kommt bei mir auf, da Ihr Kollege Herr Schwarz andere Zahlen vermittelt.

Zitat von Herrn Armin Schwarz vom 20.09.2011:
"Sommerliche Nutzung

im schwülheißen Sommer bedient sich der Soletauscher ebenfalls der konstanten Erdtemperatur, die in diesem Fall die warme Außenluft um ca. 10 K ankühlt. Man spricht hier „nur“ von einer Ankühlung, nicht von einer Klimatisierung. Im Gebäude wird es sehr wohl wahrgenommen, ob die Zuluft mit 30° C (direkt, ohne EWT) oder nur mit 20°C mittels vorgeschaltetem Sole-EWT ins Haus eingebracht wird."

Evtl. können sie hier nochmals Klarheit schaffen.

Danke+Gruß
Matthias Perl
Christoffer Walcher von Christoffer Walcher
3. Juli 2012, 13:55
Hallo Herr Müller,

vielen Dank für Ihren Hinweis!
Dies war von mir nicht optimal formuliert. Ich habe es im Text oben korrigiert. Ich hoffe, es ist jetzt verständlicher.
von W. Mueller
3. Juli 2012, 11:55
Hallo Herr Walcher,

die 1-2°C weniger mit EWT im Sommer waren ein Tippfehler oder? Laut anderen Quellen (auch Messdaten) sind das eher 10°-20°C weniger.

z.B. hier:
http://www.komfortlüftung.at/fileadmin/komfortlueftung/EFH/komfortlueftung.at-Info16-Erdwaermetauscher_V_1.0.pdf

Gruß, W. Müller

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