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Löcher in der Dampfbremsfolie?

Hausbau Blog 2022

Kategorie: Konstruktion
Kommentare: 58

Immer wieder kommt es vor, dass sich Bauherrn bei uns melden, um Bedenken hinsichtlich eventuell vorhandener Durchdringungen in der Dampfbremsfolie anzusprechen.

Vor allem die durch  Klammern und Schrauben hervorgerufenen Löcher in der Dampfbremsfolie bei Holztafelbaukonstruktionen werden häufig hinterfragt und in diesem Zuge der bauphysikalische Funktionserhalt des betroffenen Bauteils in Frage gestellt.

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Das Gerücht der Notwendigkeit einer vollständig verklebten und unperforierten Dampfbremsfolie hält sich immer noch hartnäckig. Schuld ist hierbei meist die Unwissenheit über die Funktion und Lage der einzelnen bauphysikalischen Ebenen in der Gebäudehülle. In diesem Zusammenhang wird die Funktion der Luftdichtheit und der damit verbundene Schutz vor konvektivem Feuchteeintrag, die Winddichtheit und der Feuchteeintrag durch Diffusion sehr häufig vermischt und verwechselt.

Über die Notwendigkeit und Pflicht zur Planung und Herstellung einer luftdichten Gebäudehülle wird bereits im Blogbeitrag “Die luftdichte Gebäudehülle“ hingewiesen. Die Winddichtheit verhindert das Durchströmen und Auskühlen der  Wärmedämmung durch die Außenluft, und ist auf der Außenseite der Dämmschicht angeordnet. Die Funktion der Luftdichtheit und Winddichtheit kann beispielsweise durch Plattenwerkstoffe sowie auch bahnenförmige Baustoffe realisiert werden, und liegen meist auf unterschiedlichen Ebenen. Spricht man hingegen von einer Dampfbremsfolie mit dem Einsatzzweck, die Konstruktion vor Feuchteeintrag (Tauwasser) durch Diffusion zu schützen, handelt es sich gänzlich um einen anderen bauphysikalischen Zusammenhang.

Warme Luft hat die Eigenschaft, unter Annahme der gleichen relativen Luftfeuchtigkeit mehr Feuchtigkeit aufnehmen zu können als kalte Luft. In der warmen Jahreszeit spielt dieser Sachverhalt eine untergeordnete Rolle, wohingegen sich in der Tauperiode (Winterzeit) ein Dampfdruckgefälle zwischen dem Innen- und Außenraumklima einstellt. Kurz gesagt hat die warme feuchte Luft das Bestreben, diesen Zustand auszugleichen und versucht nach außen zu gelangen, um einen Gleichgewichtszustand wieder herzustellen. Man spricht dann vom bauphysikalischen Prozess der Diffusion. Hierbei kann es dazu kommen, dass die gesättigte Luft durch das Auskühlen an der kalten Außenseite innerhalb der Bauteilkonstruktion kondensiert; es kommt zum Tauwasserausfall. Mit Hilfe eines rechnerischen Nachweis entsprechend DIN 4108-3 (Glaserverfahren) kann die Tauwasserfreiheit einer Bauteilkonstruktion nachgewiesen werden. Plattenwerkstoffe mit einem entsprechend hohen Dampfdiffusionswiderstand und Dampfbremsfolien werden maßgeblich dafür eingesetzt, um die Tauwasserfreiheit in der Konstruktion gewährleisten zu können.

Betrachtet man nun im Gegensatz dazu einzelne Fehlstellen in der Dampfbremsfolie (Löcher oder Leckagen), kann es hierzu zu keinem Tauwasserausfall innerhalb der Konstruktion kommen. Zwar kann die warme Luft nun partiell ungebremst in das Bauteil hinein diffundieren, verteilt sich jedoch wiederum auf einen vielfach größeren Bereich auf der Außenseite des Bauteils, sodass sich der Dampfdruck innerhalb des Gefaches gleichmäßig verringern kann. Holztafelbaukonstruktionen mit definierten bauphysikalischen Funktionsebenen sind im Stande, selbst größere Leckagen und Löcher in der Dampfbremsfolie problemlos zu verkraften, sodass im allgemeinen ein Schaden hiervon ausgeschlossen werden kann.

Abschließend kann gesagt werden, dass konvektive Feuchteeinträge durch eine unzureichend geplante und mangelhaft ausgeführte luftdichte Ebene weitaus kritischer anzusehen sind gegenüber Feuchteeinträge durch Diffusionsvorgänge.

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58 KOMMENTARE
von Claudia Baur
28. September 2017, 09:03
Hallo Herr Jochim,
das ist aus der Ferne etwas schwierig zu beurteilen, weil wir die Details zu Ihrem Haus nicht kennen.
Unsere Konstruktion hat mir folgendes als Rückmeldung gegeben:
In einem mehrschaligen Wandaufbau hat jede Schicht ihre Funktion. Diese unterschiedlichen Funktionen müssen so auch mit den entsprechenden Materialien wieder hergestellt werden. Es ist nicht damit getan, das Loch nur mit einem Material zu verschließen (z.B. Bauschaum).
Im Kern muss sicherlich der Dämmstoff ergänz werden, die Dampfsperre auf der Innenseite ist wieder dicht herzustellen durch ein geeignetes Material, die Regensicherheit außen muss mit dem ursprünglichen Werkstoff angearbeitet werden, damit keine Undichtheiten durch Unverträglichkeit der Materialien entstehen.
Als Tipp: Der Wandaufbau muss in der damaligen Bau- und Leistungsbeschreibung ersichtlich sein.
Bitte beachten Sie, dass dies eher "allgemeine" Hinweise sind, die vom jeweiligen Spezialisten (des Hausherstellers) geprüft werden sollten, sprechen Sie daher bitte unbedingt mit Ihrem Haushersteller was für Ihr Haus die optimale Lösung ist.
von Jörg
27. September 2017, 21:23
Hallo, erstmal vielen Dank für den hilfreichen Artikel. Sonst liest man nur "unbedenkliche Löcher gibt es nicht" :) Trotzdem eine Frage zur Sicherheit. Ich möchte für eine Trockenbaukonstruktion eine Latte in eine mit Gipsplatten verkleidete Holzbalkendecke schrauben. Darunter befindet sich direkt eine Folie und dahinter die Dämmwolle. Allerdings ist über dem Zimmer auch noch ein ausgebauter (und zumindest teilweise beheizter) Dachboden. Es geht also nicht um die Dachschräge oder so. Wären kleine Löcher also problemlos?
von Jochim
18. September 2017, 12:02
Hallo Herr Walcher,
wie kann ich ein Dunstabzugs loch richtig zu machen, weil die befestigung von neue Hängeschrank betrift genau die stelle.Das ist ein streif-fertighaus.

Mfg
Anton Jochim
von Christoffer Walcher
14. September 2017, 11:54
Hallo Markus,
nein, das ist nicht zwingend notwendig.
Freundliche Grüße Christoffer Walcher
von Markus Bierkant
13. September 2017, 09:28
Hallo Herr Walcher,

wir haben auf der Unterseite im DG zum Spitzboden auf die vorhandenen Holzbalken eine 12mm Gipskartonplatte geschraubt.
Meine Frage müssen wir von oben her im Dachboden zwischen den Balken diese mit Mineralwolle ausdämmen und hier dann auch eine OSB-Platte anbringen?

Viele Grüße
Markus
von Christoffer Walcher
23. März 2017, 10:33
Hallo Herr Seidel,

bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine individuelle bauphysikalische Betrachtungen von Konstruktionsaufbauten durchführen.
Wir empfehlen Ihnen sich an ein Planbüro für Bauphysik zu wenden.

Viele Grüße
Christoffer Walcher
von Marian Seidel
21. März 2017, 13:10
Hallo Herr Walcher,

ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin mit meiner Frage, stelle sie aber trotzdem mal.

Ist der Einsatz einer innenliegenden Dampfbremse mit einem sd-Wert von > 100 bei einer Vollsparrendämmung aus 20 cm Glaswolle sowie einer Untersparrendämmung aus 4 cm Glaswolle unterhalb der Sparren und einer außenseitigen Vollholzschalung mit einer außen auf der Schalung aufgebrachten diffusionsoffenen Unterspannbahn sd-Wert ca. 0,02 sinnvoll? Die raumseitige Beplankung besteht aus Gipskartonplatten, die Dacheindeckung aus Betondachsteinen.

Eine Hinterlüftung zwischen Wärmedämmung und Holzschalung ist nicht vorhanden.

Vielen Dank
Marian
von Manfred Hölz
10. Februar 2017, 08:29
Hallo Daniel,

wären die zusätzlichen Steckdosen bei der Bemusterung schon festgelegt/bemustert worden, wären diese einfach nur zusätzlich enthalten.
Durch unsere Synergietechnik ist die Dampfsperre nicht für die Luftdichtheit und somit nicht zur Verhinderung von Konvektion verantwortlich.
Die Dampfsperre in der Fläche verhindert so viel Dampfdiffusion, so dass die sehr geringen Mengen an Wassermolekühlen im Bereich der Installation keine negative Auswirkungen haben.
Wenn Sie trotzdem was tun wollen, schneiden Sie die Gipsbauplatte leicht zurück, kleben auf der Holzwerkstoffplatte ab und ergänzen die Gipsbauplatte wieder.

Mit besten Grüßen
Manfred Hölz
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