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Löcher in der Dampfbremsfolie?

Hausbau Blog 2021

Kategorie: Konstruktion
Kommentare: 58

Immer wieder kommt es vor, dass sich Bauherrn bei uns melden, um Bedenken hinsichtlich eventuell vorhandener Durchdringungen in der Dampfbremsfolie anzusprechen.

Vor allem die durch  Klammern und Schrauben hervorgerufenen Löcher in der Dampfbremsfolie bei Holztafelbaukonstruktionen werden häufig hinterfragt und in diesem Zuge der bauphysikalische Funktionserhalt des betroffenen Bauteils in Frage gestellt.

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Das Gerücht der Notwendigkeit einer vollständig verklebten und unperforierten Dampfbremsfolie hält sich immer noch hartnäckig. Schuld ist hierbei meist die Unwissenheit über die Funktion und Lage der einzelnen bauphysikalischen Ebenen in der Gebäudehülle. In diesem Zusammenhang wird die Funktion der Luftdichtheit und der damit verbundene Schutz vor konvektivem Feuchteeintrag, die Winddichtheit und der Feuchteeintrag durch Diffusion sehr häufig vermischt und verwechselt.

Über die Notwendigkeit und Pflicht zur Planung und Herstellung einer luftdichten Gebäudehülle wird bereits im Blogbeitrag “Die luftdichte Gebäudehülle“ hingewiesen. Die Winddichtheit verhindert das Durchströmen und Auskühlen der  Wärmedämmung durch die Außenluft, und ist auf der Außenseite der Dämmschicht angeordnet. Die Funktion der Luftdichtheit und Winddichtheit kann beispielsweise durch Plattenwerkstoffe sowie auch bahnenförmige Baustoffe realisiert werden, und liegen meist auf unterschiedlichen Ebenen. Spricht man hingegen von einer Dampfbremsfolie mit dem Einsatzzweck, die Konstruktion vor Feuchteeintrag (Tauwasser) durch Diffusion zu schützen, handelt es sich gänzlich um einen anderen bauphysikalischen Zusammenhang.

Warme Luft hat die Eigenschaft, unter Annahme der gleichen relativen Luftfeuchtigkeit mehr Feuchtigkeit aufnehmen zu können als kalte Luft. In der warmen Jahreszeit spielt dieser Sachverhalt eine untergeordnete Rolle, wohingegen sich in der Tauperiode (Winterzeit) ein Dampfdruckgefälle zwischen dem Innen- und Außenraumklima einstellt. Kurz gesagt hat die warme feuchte Luft das Bestreben, diesen Zustand auszugleichen und versucht nach außen zu gelangen, um einen Gleichgewichtszustand wieder herzustellen. Man spricht dann vom bauphysikalischen Prozess der Diffusion. Hierbei kann es dazu kommen, dass die gesättigte Luft durch das Auskühlen an der kalten Außenseite innerhalb der Bauteilkonstruktion kondensiert; es kommt zum Tauwasserausfall. Mit Hilfe eines rechnerischen Nachweis entsprechend DIN 4108-3 (Glaserverfahren) kann die Tauwasserfreiheit einer Bauteilkonstruktion nachgewiesen werden. Plattenwerkstoffe mit einem entsprechend hohen Dampfdiffusionswiderstand und Dampfbremsfolien werden maßgeblich dafür eingesetzt, um die Tauwasserfreiheit in der Konstruktion gewährleisten zu können.

Betrachtet man nun im Gegensatz dazu einzelne Fehlstellen in der Dampfbremsfolie (Löcher oder Leckagen), kann es hierzu zu keinem Tauwasserausfall innerhalb der Konstruktion kommen. Zwar kann die warme Luft nun partiell ungebremst in das Bauteil hinein diffundieren, verteilt sich jedoch wiederum auf einen vielfach größeren Bereich auf der Außenseite des Bauteils, sodass sich der Dampfdruck innerhalb des Gefaches gleichmäßig verringern kann. Holztafelbaukonstruktionen mit definierten bauphysikalischen Funktionsebenen sind im Stande, selbst größere Leckagen und Löcher in der Dampfbremsfolie problemlos zu verkraften, sodass im allgemeinen ein Schaden hiervon ausgeschlossen werden kann.

Abschließend kann gesagt werden, dass konvektive Feuchteeinträge durch eine unzureichend geplante und mangelhaft ausgeführte luftdichte Ebene weitaus kritischer anzusehen sind gegenüber Feuchteeinträge durch Diffusionsvorgänge.

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58 KOMMENTARE
von Manfred Hölz
21. Juli 2021, 16:01
Guten Tag Herr Hermann,

Sie haben das zutreffend erfasst und es ist u.E. sehr wichtig, die Zersetzung einer Dampfbremse durch UV-Licht zu verhindern. Auch die Dampfbremsvliese haben innenliegend eine zu schützende Kunststoffschicht.
Verhindern lässt sich das z.B. mit einer aufwendig und dadurch relativ teuren Verkleidung z.B. mit Gipskarton (+Spachteln/Schleifen/Streichen) oder aber man wählt bei den Fenstern ein Verbundsicherheitsglas.
Dachflächenfenster haben grundsätzlich eine Verbundsicherheitsglasscheibe VSG, da sich diese Überkopf befinden und Hagelsicher ausgeführt werden müssen. Wenn Sie in die Giebelwände Fenster einplanen und den Dachspitz an der Dachunterseite nicht verkleiden wollen, sollten Sie dies bei der Bemusterung Kund tun. So kann man auch in den Giebelfenstern eine Verbundsicherheitsglasscheibe vorsehen.

„Der Trick“: die Klebefolie, mit welcher zwei Scheiben zu einer Verbundglasscheibe verklebt werden, ist UV-dicht. Die einfachste Lösung für diesen Sachverhalt.

Mit besten Grüßen
Manfred Hölz
von J. Hermann
6. Juli 2021, 01:22
Sehr geehrte Damen und Herren,

Herr Hölz gibt in einer Antwort auf eine Kundenfrage vom 22.04.2020 an, dass es wichtig sei, zu verhindern, dass UV-Licht in den Dachspitz gelangt.
Offensichtlich beschädigt die UV-Strahlung die Folie in nicht ausgebauten Dachgeschossen.
Können Sie mir bitte mitteilen, ob ich das zutreffend erfasst habe und welche Maßnahmen dagegen ergriffen werden können.
Bietet die SchwörerHaus KG auch Dachfenster an, welche UV-Strahlen filtern?

Viele Grüße
J. Hermann
von Daniel Schäfer
20. November 2020, 17:52
Guten Tag Tobias,
wenn die Dampfbremse innen am Dach eingerissen ist, kann der Riss auch mit einem Klebeband für die Dampfbremsverklebung wieder verklebt werden.
Wir nutzen hierzu Produkte der Firma Siga. Im Fachhandel finden sich aber auch andere Hersteller, die geeignete Produkte anbieten.
Sollte eine Folie in Bereichen stärker beschädigt sein, kann in dem Bereich durch eine neue Folie die Stelle überdeckt werden. Hierzu eine neue Dampfbremsfolie über die betroffene Stelle befestigen und umlaufend mit der vorhandenen Bahn verkleben. Am einfachsten kann die Bahn mit den vorhandenen Latten fixiert werden. Diese hierzu in dem Bereich entfernen und mit den Latten die neue Bahn einklemmen.
Die Befestigungspunkte brauchen nicht extra mit einem Dichtband hinterlegt werden. Beim bauphysikalischen System von SchwörerHaus wird die Luftdichtheit der Gebäudehülle über die außen liegende Synergietechnik hergestellt. Somit muss die absolute Luftdichtheit nicht über die Dampfbremse hergestellt werden, wie dies der Fall ist, wenn nur mit einer Folie/Bahn gearbeitet wird.
Dadurch können auch kleine Leckagen, durch Schrauben hervorgerufen, vernachlässigt werden, da lediglich die Diffusion in der Fläche gebremst wird.

Viele Grüße
Daniel Schäfer
von Tobias
9. November 2020, 09:12
Hallo zusammen,

im Dachstuhl ist die alte Folie eingerissen/beschädigt. Muss ich diese entfernen oder kann ich die Neue einfach darüber anbringen?

Wie sieht es aus, wenn durch zu viele Schrauben die Folie beschädigt wird? - Dichtband vorher auf das Holz aufkleben? (siehe OBI Homepage zum selben Thema https://www.obi.de/magazin/bauen/decke/dach-daemmen)

Besten Dank & Gruß
von Daniel Schäfer
31. Juli 2020, 12:03
Hallo Herr Nick,

leider erlaubt mir Ihre Beschreibung keine technische Beantwortung, da ich den Systemaufbau nicht kenne. Handelt es sich um ein Schwörer-Haus?

Was beabsichtigen Sie dabei? Geht es hier um eine Bodenplatte oder ist es eine Betondecke? Oder meinen Sie den Betonboden unsere Betonplatten als "Fertigteil-Estrich"?

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Schäfer
von Klaus Günter Nick
30. Juli 2020, 16:07
Ich möchte eine Dampfsperre auf Betonboden verlegen. Sollte diese ein beschädigt werden, kann ich die Beschädigung mit Klebeband überkleben. Als Dämmung soll Glaswolle verwendet werden. Muss ich auf Betonboden überhaupt eine Dampfbremse verlegen.

Mit freundlichem Gruß
Klaus N.
von Manfred Hölz
22. April 2020, 08:18
Hallo Herr Tophoven,

wichtig ist tatsächlich zu verhindern, dass UV-Licht in den Dachspitz gelangt. Wie Sie das machen ist egal, Hauptsache wirksam. Es gibt Klebefolien, welche den UV-Anteil reduzieren, aber m.W. nicht verhindern können. Eine mehrlagige (und trotzdem recht dünne) Holzplatte wäre sicher auf die Dauer UV-Beständiger als eine Dämmplatte. Diese könnte man mit dauerelastischem Dichtstoff in den Fensterrahmen fixieren oder aber die harte Methode, seitlich je eine Leiste (Holz oder Kunststoff) an den Fensterrahmen schrauben.

Beste Grüße
Manfred Hölz
von Jens Tophoven
17. April 2020, 22:22
Hallo Herr Hölz,

Unser Dachboden ist aufgrund der geringen Raumhöhe nicht ausgebaut. Wir haben aber ein kleines Dachfenster im DG für den einfachen Zugang aufs Dach. Einer Ihrer Monteure hat uns auf das Problem von UV Licht, das auf die PE Folie trifft, hingewiesen und uns den Tipp gegeben eine Styroporplatte in den Fensterrahmen zu klemmen. Ist das bereits ausreichend?
Ausrichtung der Dachfläche ist Nordost, d.h. es trifft außer im Hochsommer nie die Sonne direkt aufs Fenster.
Wenn die Styroporplatte keine Abhilfe schafft, wäre eine innen aufgeklebte Hitzeschutzfolie eine Alternative? Oder hilft doch nur eine Beplankung mit Rigips?

Vielen Dank für die Information und viele Grüße
J. Tophoven
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