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Kosten der Erdarbeiten beim Hausbau

Einflussfaktoren und Preisbeispiele

Stephan Vöhringer
Kommentare: 3

Erdarbeiten – ein unbeliebter Posten beim Hausbau bei Bauherren. Denn die Kosten der Erdarbeiten können vor Baubeginn nur geschätzt werden. Was sich tatsächlich auf dem Grundstück verbirgt und welche Herausforderungen während den Erdarbeiten auftreten, bleibt oft eine Überraschung. Dieser Beitrag schafft einen Überblick welche Erdarbeiten beim Hausbau anfallen, wie sich die Erdarbeiten Kosten berechnen und wovon sie abhängig sind.

Jedes Haus benötigt ein solides Fundament – einen tragfesten Untergrund. Für die Planung und Ausführung ist es deshalb notwendig, den Baugrund fachgerecht zu betrachten. Daher lassen wir ein Bodengutachten durchführen, um eine verlässliche Aussage zur Tragfähigkeit des Bodens, der Versickerungsfähigkeit sowie zu Grund- und Schichtenwasser und damit stauendem und drückendem Wasser zutreffen. Die Bodenbeschaffenheit ist ein wesentlicher Faktor, der die Entscheidung über die Art der Gründung und Ausführung einer Bodenplatte oder eines Kellers beeinflussen kann. Auch die Topografie des Grundstückes spielt dafür eine wichtige Rolle – beispielsweise bei Hanglage oder wenn das Gelände tiefer als die geplante Bodenplatte liegt. Weiterhin können die Kosten für die Erdarbeiten dadurch im Vorfeld besser bemessen werden.

Diese Faktoren beeinflussen die Preise der Erdarbeiten

Die Kosten der Erdarbeiten werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Eine exakte Kosten Berechnung ist deshalb fast unmöglich. Die Preise der Erdarbeiten variieren von Bauvorhaben zu Bauvorhaben sehr stark. Pauschale Preisangaben machen wir daher sehr ungern.
Diese Faktoren können die Kosten der Erdarbeiten erheblich beeinflussen:

  • Region des Grundstücks (Arbeitslöhne, Ballungszentrum oder ländlich)
  • Kosten der Deponie (Entfernung zur Deponie, Deponiekapazität)
  • Bodenbeschaffenheit (Fels, Untergrund ist nicht tragfähig es muss aufwendig gegründet werden, z.B. Bodenaustausch, Pfahlgründung, Betonplomben etc.)
  • Kontaminierter Boden (bei Altlasten/Schadstoffe muss speziell abtransportiert und entsorgt werden)
  • Örtliche Gegebenheiten (z.B. Unterfangungen, Verbau, Hangsicherungen oder Rückbauten von Gebäuden, Straßen oder Gehweg).

Berücksichtigen Sie deshalb eventuell anfallende Mehrkosten bei den Erdarbeiten, um später böse Überraschungen zu vermeiden.

Leistungsumfang der Erdarbeiten

Diese Erdarbeiten fallen bei allen Kellerversionen, sowie bei einem Haus auf Bodenplatte an:

  • Abtragen des Mutterbodens
    Beim Humusaushub werden ca. 20-30 cm Mutterboden abgetragen. Die Abrechnung erfolgt in Quadratmeter.
  • Aushub der Baugrube
    Zusätzlich Aushub der Fundamente und Leitungsgräben. Die Abrechnung dieser Kosten erfolgt pro Kubikmeter. Die Kosten hängen stark von der Bodenbeschaffenheit ab. Handelt es sich um einen schwer lösbaren Fels, fallen die Kosten deutlich höher an.
  • Entsorgung Aushub
    Die Abrechnung erfolgt pro Kubikmeter oder Tonne zzgl. evtl. Stundeneinsatz des LKW.
  • Kanalisationsarbeiten
    Hierzu zählen zum Beispiel: Grundleitungen für Schmutz- und Regenwasser, Verlegung der Leerrohre, Mehrspartendurchführung, Rohranschlüsse, Bodenablauf, Schmutzwasseranlage etc. Die Berechnung erfolgt in Laufmeter und Stück.
  • Verfüllarbeiten
    Damit ist das Wiedereinfüllen des Arbeitsraumes gemeint. Diese Erdarbeiten Kosten berechnen sich pro Kubikmeter oder Tonne.
  • Beton- und Stahlarbeiten:
    Diese Position fällt bei Tiefergründungen, Frostschürzen oder zusätzlichen Fundamenten an.
  • Dämmarbeiten an der Kelleraußenwand
    Die Stärke und Art der Dämmung kann vom Bauherr selbst bestimmt werden, sofern keine Wohnräume im Keller geplant sind. Empfohlen wird mind. eine Dämmung von 60 mm bis max. 120 mm.
  • Baustromverteilerkosten
    Dieser wird während der Baustellenarbeiten benötigt, bis der Hausstromzähler im Zählerschrank betriebsbereit ist.

Zu den genannten Erdarbeiten können je nach Grundstück und Bodenbeschaffenheit weitere Positionen hinzukommen, wie zum Beispiel Bodenaustausch, Rodungen, Baustellensicherungen, Straßensperrungen, Verbau, Hangsicherung, Unterfangungen, Rückbauten etc.

Aufgrund der ungewissen Grundstückssituation und weiteren Einflussfaktoren ist es schwer einen Preis für die Erdarbeiten zu definieren. Wenn sie genauere Angaben möchten, können Sie bei Ihrem Architekt eine Massen- und Kostenermittlung beauftragen.

Für die Erdarbeiten sollten Sie bei einem Haus mit Keller ca. 50.000 bis 80.000 Euro ein rechnen. Je nach Grundstück gibt es auch Bauvorhaben die mit ca. 30.000 Euro klar kommen. Bei einem Haus mit Bodenplatte ca. 10.000 bis 20.000 Euro, mit größerem Bodenaustausch ca. 30.000 Euro.

Vergabe der Erdarbeiten bei SchwörerHaus

  1. Ausschreibung der Erdarbeiten
    Die Ausschreibungen für die Erd-, Kanal- und Betonarbeiten werden in der Regel von SchwörerHaus als Dienstleistung erstellt. In manchen Regionen wird ein Angebot durch Partnerfirmen auf Baugrund und Wünschen der Bauherren zugeschnitten. Die Ausschreibungen werden aufgrund langjährigen Erfahrung sehr umfangreich und schon vor der Planungsbesprechung vor Ort durchgeführt, um möglichst günstige Preise zu erlangen. Erfahrungsgemäß sind die abgegebenen Leistungsverzeichnisse günstiger, wenn die Bauunternehmer nicht unter Zeitdruck stehen. Die angegebenen Massen in der Ausschreibung werden an die Vorabzüge (Vorplanung) des Architekten angenähert und können je nach örtlichen Gegebenheiten abweichen. Die Kostenermittlung der außenvertraglichen Leistungen ist deshalb nicht verbindlich.Das Leistungsverzeichnis beinhaltet die von Ihnen zu beauftragenden außervertraglichen Leistungen wie Erdarbeiten, Drainage, Kanalisation und eventuell erforderliche Fundamenterweiterungen die je nach örtlicher Gegebenheit ausgeführt werden. Zusätzlich werden auch die Leistungen, die die Firma SchwörerHaus betreffen abgefragt. Das Leistungsverzeichnis beinhaltet keine Erschließungsarbeiten bzw. Geländemodelierungen.Angeschrieben werden Bauunternehmer in der Nähe des Bauplatzes, die bereits bei SchwörerHaus gelistet sind. Kundenwünsche werden hierbei gerne berücksichtigt und zusätzliche Bauunternehmer um eine Angebotsabgabe gebeten.
  2. Vergabe der Erdarbeiten
    Die Angebote der Bauunternehmer werden nach Prüfung und Auswertung der Firma SchwörerHaus an den Kunden weitergeleitet. Um einen rationellen Ablauf gewährleisten zu können sowie Koordinationsschwierigkeiten und Unklarheiten in Gewährleistungsfragen vorzubeugen, raten wir, die Vergabe in Abstimmung mit SchwörerHaus zu treffen, damit die außervertraglichen Leistungen (Erd- und Kanalarbeiten, etc.) und die vertraglich geschuldeten Leistungen der Firma SchwörerHaus (Bodenplatte, etc.) durch die ein und dieselbe Bauunternehmung ausgeführt werden kann.
  3. Baustellengespräch
    Vor Beginn der Erdarbeiten wird ein Baustellengespräch zwischen dem Bauherren, dem beauftragen Bauunternehmer, dem Architekt und dem zuständigen Bauleiter vor Ort stattfinden. Bei diesem Gespräch wird die Vorgehensweise der auszuführenden Arbeiten besprochen. Auf Wunsch können Geländemodellierungen, Stützmauern, Zufahrtswege etc. besprochen und beauftragt werden. Diese sind jedoch nicht im Preis enthalten. Die Abrechnung erfolgt nach tatsächlich geleisteter Ausführung.
3 KOMMENTARE
von Daniel
9. Januar 2019, 16:12
Vielen Dank für die schnelle Antworten.

Uns ging es erstmal allgemein um die Möglichkeit.
Aber sie stellten den Vorteil einer "aus einer Hand" Lösung gut dar und die Gründe sind hierfür plausibel.
Stephan Vöhringer von Stephan Vöhringer
9. Januar 2019, 15:53
Hallo Daniel,

eine getrennte Vergabe (Erdarbeiten „Firma A“, Bodenplatte „Firma B“) ist prinzipiell möglich. Dies wird jedoch von uns nicht empfohlen, da immer wieder Schnittpunkte in den einzelnen Gewerken auftreten, die zu unnötigen Spannungen führen können (ein Beispiel: Aushubsohle durch Erdbaufirma schräg, bedeutet Mehraufwand für Dämmung, oder Sauberkeitsschicht und Filterschicht). Auch ist bei einer getrennten Vergabe meist eine Fachbauleitung erforderlich, die dann durch Sie geschuldet wird.
Überwiegen jedoch, trotz gründlicher Abwägung, die Gründe für eine getrennte Vergabe (meist das finanzielle Delta), ist dies dennoch möglich und kann trotz genannter Bedenken oder Umstände zu einem guten Ergebnis führen!

Viele Grüße
Stephan Vöhringer
von Daniel
8. Januar 2019, 21:24
Hallo Herr Vöhringer,

sehr interessanter Beitrag und tolle Beschreibungen.
Meine Frage wäre, ob es vorstellbar wäre und machbar ist, dass die Erdarbeiten von einer Firma A und die Bodenplatte, Dämmung etc von einer Firma B gemacht werden?

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