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Kosten der Erdarbeiten beim Hausbau

Einflussfaktoren und Preisbeispiele

Kommentare: 15

Erdarbeiten – ein unbeliebter Posten beim Hausbau bei Bauherren. Denn die Kosten der Erdarbeiten können vor Baubeginn nur geschätzt werden.

Was sich tatsächlich auf dem Grundstück verbirgt und welche Herausforderungen während den Erdarbeiten auftreten, bleibt oft eine Überraschung. Dieser Beitrag schafft einen Überblick welche Erdarbeiten beim Hausbau anfallen, wie sich die Erdarbeiten Kosten berechnen und wovon sie abhängig sind.

Jedes Haus benötigt ein solides Fundament – einen tragfesten Untergrund. Für die Planung und Ausführung ist es deshalb notwendig, den Baugrund fachgerecht zu betrachten. Daher lassen wir ein Bodengutachten durchführen, um eine verlässliche Aussage zur Tragfähigkeit des Bodens, der Versickerungsfähigkeit sowie zu Grund- und Schichtenwasser und damit stauendem und drückendem Wasser zutreffen. Die Bodenbeschaffenheit ist ein wesentlicher Faktor, der die Entscheidung über die Art der Gründung und Ausführung einer Bodenplatte oder eines Kellers beeinflussen kann. Auch die Topografie des Grundstückes spielt dafür eine wichtige Rolle – beispielsweise bei Hanglage oder wenn das Gelände tiefer als die geplante Bodenplatte liegt. Weiterhin können die Kosten für die Erdarbeiten dadurch im Vorfeld besser bemessen werden.

Diese Faktoren beeinflussen die Preise der Erdarbeiten

Die Kosten der Erdarbeiten werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Eine exakte Kosten Berechnung ist deshalb fast unmöglich. Die Preise der Erdarbeiten variieren von Bauvorhaben zu Bauvorhaben sehr stark. Pauschale Preisangaben machen wir daher sehr ungern.
Diese Faktoren können die Kosten der Erdarbeiten erheblich beeinflussen:

  • Region des Grundstücks (Arbeitslöhne, Ballungszentrum oder ländlich)
  • Kosten der Deponie (Entfernung zur Deponie, Deponiekapazität)
  • Bodenbeschaffenheit (Fels, Untergrund ist nicht tragfähig es muss aufwendig gegründet werden, z.B. Bodenaustausch, Pfahlgründung, Betonplomben etc.)
  • Kontaminierter Boden (bei Altlasten/Schadstoffe muss speziell abtransportiert und entsorgt werden)
  • Örtliche Gegebenheiten (z.B. Unterfangungen, Verbau, Hangsicherungen oder Rückbauten von Gebäuden, Straßen oder Gehweg).

Berücksichtigen Sie deshalb eventuell anfallende Mehrkosten bei den Erdarbeiten, um später böse Überraschungen zu vermeiden.

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Leistungsumfang der Erdarbeiten

Diese Erdarbeiten fallen bei allen Kellerversionen, sowie bei einem Haus auf Bodenplatte an:

  • Abtragen des Mutterbodens
    Beim Humusaushub werden ca. 20-30 cm Mutterboden abgetragen. Die Abrechnung erfolgt in Quadratmeter.
  • Aushub der Baugrube
    Zusätzlich Aushub der Fundamente und Leitungsgräben. Die Abrechnung dieser Kosten erfolgt pro Kubikmeter. Die Kosten hängen stark von der Bodenbeschaffenheit ab. Handelt es sich um einen schwer lösbaren Fels, fallen die Kosten deutlich höher an.
  • Entsorgung Aushub
    Die Abrechnung erfolgt pro Kubikmeter oder Tonne zzgl. evtl. Stundeneinsatz des LKW.
  • Kanalisationsarbeiten
    Hierzu zählen zum Beispiel: Grundleitungen für Schmutz- und Regenwasser, Verlegung der Leerrohre, Mehrspartendurchführung, Rohranschlüsse, Bodenablauf, Schmutzwasseranlage etc. Die Berechnung erfolgt in Laufmeter und Stück.
  • Verfüllarbeiten
    Damit ist das Wiedereinfüllen des Arbeitsraumes gemeint. Diese Erdarbeiten Kosten berechnen sich pro Kubikmeter oder Tonne.
  • Beton- und Stahlarbeiten:
    Diese Position fällt bei Tiefergründungen, Frostschürzen oder zusätzlichen Fundamenten an.
  • Dämmarbeiten an der Kelleraußenwand
    Die Stärke und Art der Dämmung kann vom Bauherr selbst bestimmt werden, sofern keine Wohnräume im Keller geplant sind. Empfohlen wird mind. eine Dämmung von 60 mm bis max. 120 mm.
  • Baustromverteilerkosten
    Dieser wird während der Baustellenarbeiten benötigt, bis der Hausstromzähler im Zählerschrank betriebsbereit ist.

Zu den genannten Erdarbeiten können je nach Grundstück und Bodenbeschaffenheit weitere Positionen hinzukommen, wie zum Beispiel Bodenaustausch, Rodungen, Baustellensicherungen, Straßensperrungen, Verbau, Hangsicherung, Unterfangungen, Rückbauten etc.

Aufgrund der ungewissen Grundstückssituation und weiteren Einflussfaktoren ist es schwer einen Preis für die Erdarbeiten zu definieren. Wenn sie genauere Angaben möchten, können Sie bei Ihrem Architekt eine Massen- und Kostenermittlung beauftragen.

Für die Erdarbeiten sollten Sie bei einem Haus mit Keller ca. 50.000 bis 80.000 Euro ein rechnen. Je nach Grundstück gibt es auch Bauvorhaben die mit ca. 30.000 Euro klar kommen. Bei einem Haus mit Bodenplatte ca. 10.000 bis 20.000 Euro, mit größerem Bodenaustausch ca. 30.000 Euro.

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Vergabe der Erdarbeiten bei SchwörerHaus

  1. Ausschreibung der Erdarbeiten
    Die Ausschreibungen für die Erd-, Kanal- und Betonarbeiten werden in der Regel von SchwörerHaus als Dienstleistung erstellt. In manchen Regionen wird ein Angebot durch Partnerfirmen auf Baugrund und Wünschen der Bauherren zugeschnitten. Die Ausschreibungen werden aufgrund langjährigen Erfahrung sehr umfangreich und schon vor der Planungsbesprechung vor Ort durchgeführt, um möglichst günstige Preise zu erlangen. Erfahrungsgemäß sind die abgegebenen Leistungsverzeichnisse günstiger, wenn die Bauunternehmer nicht unter Zeitdruck stehen. Die angegebenen Massen in der Ausschreibung werden an die Vorabzüge (Vorplanung) des Architekten angenähert und können je nach örtlichen Gegebenheiten abweichen. Die Kostenermittlung der außenvertraglichen Leistungen ist deshalb nicht verbindlich.Das Leistungsverzeichnis beinhaltet die von Ihnen zu beauftragenden außervertraglichen Leistungen wie Erdarbeiten, Drainage, Kanalisation und eventuell erforderliche Fundamenterweiterungen die je nach örtlicher Gegebenheit ausgeführt werden. Zusätzlich werden auch die Leistungen, die die Firma SchwörerHaus betreffen abgefragt. Das Leistungsverzeichnis beinhaltet keine Erschließungsarbeiten bzw. Geländemodelierungen.Angeschrieben werden Bauunternehmer in der Nähe des Bauplatzes, die bereits bei SchwörerHaus gelistet sind. Kundenwünsche werden hierbei gerne berücksichtigt und zusätzliche Bauunternehmer um eine Angebotsabgabe gebeten.
  2. Vergabe der Erdarbeiten
    Die Angebote der Bauunternehmer werden nach Prüfung und Auswertung der Firma SchwörerHaus an den Kunden weitergeleitet. Um einen rationellen Ablauf gewährleisten zu können sowie Koordinationsschwierigkeiten und Unklarheiten in Gewährleistungsfragen vorzubeugen, raten wir, die Vergabe in Abstimmung mit SchwörerHaus zu treffen, damit die außervertraglichen Leistungen (Erd- und Kanalarbeiten, etc.) und die vertraglich geschuldeten Leistungen der Firma SchwörerHaus (Bodenplatte, etc.) durch die ein und dieselbe Bauunternehmung ausgeführt werden kann.
  3. Baustellengespräch
    Vor Beginn der Erdarbeiten wird ein Baustellengespräch zwischen dem Bauherren, dem beauftragen Bauunternehmer, dem Architekt und dem zuständigen Bauleiter vor Ort stattfinden. Bei diesem Gespräch wird die Vorgehensweise der auszuführenden Arbeiten besprochen. Auf Wunsch können Geländemodellierungen, Stützmauern, Zufahrtswege etc. besprochen und beauftragt werden. Diese sind jedoch nicht im Preis enthalten. Die Abrechnung erfolgt nach tatsächlich geleisteter Ausführung.
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15 KOMMENTARE
von Ella Müller
8. Juli 2021, 09:59
Vielen Dank für den tollen Beitrag. Ich denke auch, was sich tatsächlich auf dem Grundstück verbirgt und welche Herausforderungen während den Erdarbeiten auftreten, bleibt oft eine Überraschung. Toll, dass Sie mit diesem Beitrag einen Überblick darüber schaffen, welche Erdarbeiten beim Hausbau anfallen, wie sich die Kosten berechnen und wovon sie abhängig sind. Wir haben nun auch ein Grundstück erworben und wollen unser Eigenheim hier bauen. Dementsprechend suchen wir nun auch einen kompetenten Partner für Erbau in Wien.
von Paul Kersten
24. April 2021, 09:20
Vielen Dank für den tollen Beitrag. Interessant, das es Erdarbeiten gibt, die bei allen Kellerversionen, sowie bei einem Haus auf Bodenplatte an fallen. Gut zu wissen, dass dazu z.B. das Abtragen des Mutterbodens, der Aushub der Baugrube und die Entsorgung des Aushubs gehören. Wir planen gerade den Bau unseres Einfamilienhauses und benötigen nun auch ein Unternehmen für Aushubarbeiten in Salzburg Land.
von Florian Schmid
5. Februar 2020, 10:33
Hallo Matthias,

die Preisentwicklung der Erdarbeiten beschäftigt uns auch sehr. Nicht nur regional gibt es sehr große Unterschiede, sondern je nach Auslastung der örtlichen Bauunternehmen und Erddeponien kommt es leider auch immer wieder zu sehr akuten Preissprüngen, welche in diesem Umfang nicht absehbar waren.
Ihren deutlichen Hinweis zur kundenorientierten Kommunikation nehmen wir gerne an und ersuchen diesbezüglich besser zu werden.

Viele Grüße
Florian Schmid
von Matthias R.
23. Januar 2020, 08:11
Hallo zusammen,

wie versprochen hier das Update:

Angebote starten bei 78.500 €! Gehen bis ca. 82.000.

Natürlich könnte die ein oder andere Position durch Mengenaufrundung von Schwörer günstiger werden, doch können ebenso zigtausend Euro an darüber hinaus optional angebotenen Zusatzleistungen fällig werden. Da die Mengen scheinbar nur auf das Haus selbst gerechnet werden und zugrundeliegende Architektenpläne, die beispielsweise vorsehen, dass an manchen Stellen 30 cm Gelände abgetragen werden müssen, nicht berücksichtigt sind, bleiben wir bei dem Preis vorsichtig.

Wir bauen ein ca. 10x10m Haus in BW, haben dazu eine knapp 22qm Garage. Das Fundament dafür ist auch sehr teuer, wobei Garagen ja keine Ausnahmen sind, daher in den Nebenkostenschätzungen von Schwörer Berücksichtigung gefunden haben sollten. Bodenklassen sind von 1-5 ausgeschrieben. Undenkbar was Kunden bezahlen, die Bodenklassen 6 oder 7 haben, die angebotenen Aufschläge sind heftig.

Getrennte Vergabe von Erd- und anderen Arbeiten könnte theoretisch einige tausend € sparen, aber wird, wie von Schwörer zuvor erwähnt, ja nicht empfohlen, es erhöht natürlich den Koordinationsaufwand und damit das Risiko. Selbst dann lägen wir derart weit über Budget, dass es schon absurd ist.

Ich persönlich finde es nicht, wie zuvor geschrieben nur schade, dass die Kostenspanne bei den Verkaufsgesprächen nicht annähernd den realen Werten entspricht, es ist ein Schock. Die Eskalation mit Schwörer brachte keinen Gewinn, auch Schwörer leidet wohl unter gestiegenen Preisen für die Bodenplattenarbeiten.
Die Preise seien tatsächlich in der Zeit zwischen unserem Vertragsschluss und heute enorm gestiegen, was wohl niemand sehen konnte.
Dankbar wäre ich Schwörer allerdings dafür gewesen, dass der Vertrieb sich intern mit der Ausschreibungsstelle zusammensetzt und meinen Fall bespricht und mich aktiv darüber informiert, dass mein Haus nun bald, durch andere von Schwörer veranlasste Änderungen, 50.000 € über Plan liegt. Hier muss Schwörer eindeutig an der Kommunikation zum Kunden nachbessern! Ich laste Schwörer nicht die Preise an, ich laste Schwörer den Umgang mit der Situation an.

Ich weiß, dass private Bauherren kaum eine Chance haben, vor Vertragsschluss eine vernünftige Kostenschätzung vorzunehmen.

Prüft vor Vertragsschluss eure Kalkulation sehr kritisch und plant große Puffer für Erd- Kanal- und Betonarbeiten ein. Puffer die, sollte Schwörer weiterhin von 25.000 - 48.000 sprechen und selbst sollte Schwörer von 50.000-80.000 € sprechen, deutlich über die Schätzung von Schwörer hinaus gehen.

Vielleicht werden wir ja bei der Endabrechnung noch positiv überrascht, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Geteilt auf Facebook in der SchwoererHaus Gruppe
von Stefan Zander
10. November 2019, 21:47
Hallo an alle Interessierten,

unsere Erfahrungen decken sich leider auch mit der von Matthias R geschilderten Problematik:

Kurz zum Bauvorhaben:
Wir bauen ein SchwörerHaus mit Keller in Heppenheim; unsere Grundmaße sind 10,90 x 9,08m. Das Grundstück ist ebenerdig, ca. 1,80 m unter der Straßenoberkante und ohne felsigen Untergrund. Das Bodengutachten empfiehlt ein Streifenfundament.

Auch uns wurde zu Beginn des Vorhabens eine geschätzte Kostenspanne für die Erdarbeiten von ca. 35 - 45K genannt [1].

Seit kurzen liegen uns die Angebote der Erdbauunternehmen vor – und diese beziffern sich tatsächlich auf 70 - 92K.

Die in diesem Blog genannte Preisspanne liegt also, nach unserer Erfahrung, deutlich näher an den zu erwartenden Werten, als die vor Vertragsschließung kommunizierten Werte.

Das finden wir schon etwas schade, da die wenigsten Bauherren vor Baubeginn auf eigene Erfahrungswerte zurückgreifen können und hier den Angaben zu Vertragsbeginn vertrauen müssen (u.a. auch für die Finanzierungsaufstellung).

Jetzt überlegen wir auch zu einem geteilten Modell überzugehen (Erdarbeiten durch Unternehmen A; Betonarbeiten durch Unternehmen B).

In jedem Fall würde es, aus unserer Erfahrung, helfen, die kalkulatorischen Werte höher anzusetzen.

Viele Grüße
Stefan Zander

[1] Quelle: Nebenkostenaufstellung BW; Stand 12/2017
von Carolin Zeller
28. Oktober 2019, 16:12
Hallo Matthias R.,

die angegebene Kostenspanne sind Erfahrungswerte von unseren Bauvorhaben. Aber wie gesagt, sind die Kosten von Bauherr zu Bauherr stark unterschiedlich.

Viele Grüße
Carolin Zeller
von Matthias R.
26. Oktober 2019, 19:44
Hallo Frau Zeller,

danke für die Rückmeldung.
Was Sie schreiben ist nachvollziehbar, geht jedoch nicht auf meinen Post ein.

Meine Frage ist ja nicht warum Sie mit Kostenspannen arbeiten, sondern warum die Kostenspanne hier im Kundenblog eklatant höher liegt, als die erst kürzlich genannte Kostenspanne während der vorvertraglichen Verhandlung und Kalkulation.
25-48k zu 50-80k Falls Sie darauf eingehen möchten, dann gerne.
von Carolin Zeller
18. Oktober 2019, 12:12
Hallo Matthias R.,

wie im Beitrag schon erwähnt können die Kosten der Erdarbeiten vor Baubeginn nur geschätzt werden. Diese sind von verschiedenen Faktoren abhängig (siehe oben), deshalb variieren die Kosten von Grundstück zu Grundstück. Auch mit jahrelanger Erfahrung tuen wir uns schwer unseren Kunden hier einen Betrag zu nennen. Deshalb geben wir immer eine Kostenspanne an.

Wenn Sie eine genauere Kostenschätzung möchten, könnten Sie bei Ihrem Vermesser oder Architekt ein Geländemodell beauftragen.

Viele Grüße
Carolin Zeller
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